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Heiße Phase beginnt

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Diesmal soll der FC Chelsea nicht wieder die Träume des FC Bayern in der Champions League beenden. "London liegt uns", sagt Kapitän Manuel Neuer vor dem Achtelfinal-Hinspiel, in dem Serge Gnabry (Bild) und seine Kollegen unbedingt einen Auswärtstreffer erzielen wollen.

Ein besonders schönes Geburtstagsgeschenk würde Hansi Flick am liebsten erst mit einem Tag Verspätung erhalten - und zwar von seiner Mannschaft. "Ein Wunschergebnis gibt es nicht", sagte der Trainer des FC Bayern, der am Montag 55 Jahre alt wurde, zwar. Aber Flick möchte am Dienstag (21.00 Uhr/Sky) in London gerne "ein Zeichen setzen", nämlich das eines Anwärters auf Europas Fußball-Krone. Auch für Flick persönlich steht viel auf dem Spiel, denn das Auftreten in der Champions League entscheidet mit über seine Weiterbeschäftigung als Trainer über diese Saison hinaus.

Sogar Uli Hoeneß ist beim Achtelfinal-Hinspiel als Edelfan dabei. Allein das dokumentiert die immense Bedeutung, die das historisch aufgeladene Duell mit dem FC Chelsea für den FC Bayern besitzt. 100 Tage nach dem Rückzug aus dem Präsidentenamt begleitet Hoeneß seine Bayern erstmals wieder auswärts. "Wir haben ja etwas gut zu machen", bemerkte der Ehrenpräsident in Erinnerung an das auf so bittere Weise verlorene "Finale dahoam" gegen Chelsea 2012.

Die Zielsetzung formulierte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge - und sie reicht über die erste K.o.-Runde hinaus. "Klar haben wir große Ansprüche international", sagte Rummenigge. Gerade nach dem Achtelfinal-K.o. gegen den FC Liverpool im letzten Jahr werden man alles geben, "dass die Reise weitergeht".

Trotz der bitteren Münchner Chelsea-Vergangenheit wird das Wiedersehen mit den Blues vor allem zum Wegweiser in die Zukunft. Für den Trainer werden die K.o.-Spiele zum internationalen Eignungstest. "Mit der Arbeit, die Hansi geleistet hat, kann man bis dato total zufrieden sein", lobte Rummenigge. Beim Abschlusstraining, das Flick noch in München abhielt, sangen die Spieler ein Ständchen für ihn. 14 Siege in 17 Pflichtspielen kann er vorweisen. Die Spielweise sei wieder Bayern-like, urteilte Rummenigge. Er plädiert für eine mutige Herangehensweise: "Ein Tor zu machen, ist immer hilfreich. Vor einem Jahr gegen Liverpool haben wir mit dem 0:0 kein optimales Ergebnis erzielt."

Gegen Chelsea haben die Bayern diesmal die Favoritenrolle inne. Mit sechs Siegen und 24:5 Toren legten sie eine Rekord-Gruppenphase hin. "Chelsea hat auch gesehen, wie wir durch die Gruppe gekommen sind. Wir haben auch Tottenham als englische Mannschaft zweimal geschlagen. London liegt uns", sagte Kapitän Manuel Neuer.

An der Stamford Bridge siegte aber noch keine deutsche Mannschaft. "Ich habe da gespielt. Es herrscht eine heiße Atmosphäre", sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic. Er war 2005 beim 2:4 der Bayern dabei, das den Münchner Viertelfinal-K.o. einleitete.

Anders als beim mühseligen 3:2 gegen den SC Paderborn kann Flick wieder seine aktuelle Topformation aufbieten, also mit Jérôme Boateng und Benjamin Pavard in der Abwehr. Zudem ist Mittelfeldspieler Leon Goretzka nach muskulären Problemen wieder einsatzfähig.

Rummenigge hofft zudem, dass Philippe Coutinho auf großer Bühne als Joker zündet: "Er vermittelt den Eindruck, als wenn er gehemmt ist. Ich weiß nicht, woran das liegt. Wir müssen halt hoffen, dass er jetzt in den entscheidenden Spielen ein wichtiger Faktor wird, der dazu beiträgt, dass wir am Ende auch Titel gewinnen."

FOTO: DPA

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