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Pures Glück: Dortmunds Trainer Edin Terzic (r.) gratuliert Matchwinner Erling Haaland nach dem Spiel.

Heilsbringer Haaland

  • vonDPA
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Er trifft und trifft - in der Champions League durchschnittlich alle 55 Minuten. In dieser Beziehung kommt selbst Lionel Messi mit einem Wert von 103 Minuten nicht an Erling Haaland heran. Dank seiner Abschlussstärke darf der BVB vom Viertelfinale der Königsklasse träumen.

Unbändiger Kampfgeist, unerschütterliches Selbstvertrauen, phänomenale Trefferquote - Erling Haaland wird mehr und mehr zu einer der größten Attraktionen im europäischen Fußball. Mit seinen beiden Treffern zum 3:2 (3:1)-Erfolg beim FC Sevilla pflegte der Angreifer von Borussia Dortmund seinen Ruf als norwegische Naturgewalt. Noch Minuten nach der Fußball-Gala wirkte er so aufgedreht wie zuvor auf dem Platz: »Wir waren motiviert, wir waren leidenschaftlich. Ich bin stolz, wie wir heute gespielt haben«, schwärmte Haaland.

Mit acht Toren und gerade einmal 20 Jahren übernahm das Ausnahmetalent die Führung in der aktuellen Champions-League-Torjägerliste. Seine 18 Treffer in seinen ersten 13 Königsklassen-Partien sind unerreicht - und möglicherweise ein Wert für die Ewigkeit. Nach zuvor auch für ihn eher unerfreulichen Wochen in der Bundesliga redete ihn BVB-Interimscoach Edin Terzic vor der Partie in Sevilla stark. »Er hat gesagt, dass es mein Spiel werden wird und ich meine Chancen bekommen werde. Die habe ich genutzt«, kommentierte Haaland in gewohnt trockener Manier.

Dank Haaland spielte der lange Zeit formschwache BVB mal wieder den Fußball, für den er eigentlich steht. Das macht Mut für das am Samstag (18.30 Uhr/Sky) anstehende Revierderby beim FC Schalke. »Wir sind glücklich, dass wir hier ein Ausrufezeichen setzen konnten. Aber im Derby müssen wir mindestens das Gleiche auf dem Platz zeigen wie heute«, forderte Kapitän Marco Reus voller Hoffnung auf eine stabile Trendwende und den Beginn einer Aufholjagd in der Bundesliga. Haaland sah es ähnlich: »Am Samstag steht ein großes Spiel an. Die positive Denkweise müssen wir in das Derby mitnehmen.«

Vor allem die erste Halbzeit von Sevilla erinnerte an berauschende europäische Auftritte des Revierclubs. Terzic schien wie von schweren Lasten befreit: »Das waren keine leichten Tage, keine leichten Wochen. Aber heute haben wir eine überragende Teamleistung geboten«, lobte der 38-Jährige. Wie Reus hofft auch der Fußball-Lehrer auf eine Initialzündung, die nicht nur zum Erfolg im prestigeträchtigen Derby beitragen soll: »Dieses Gesicht wollen wir in Zukunft viel häufiger zeigen.«

Dass sich Mats Hummels im ersten Ärger über den späten Gegentreffer durch Luuk de Jong (84.) mit dem in dieser Szene patzenden Emre Can lautstark anlegte, konnte die gute Laune des Trainers nicht trüben. »Natürlich war dieses Tor ärgerlich, aber es überwiegt das Positive. Wir sind sehr glücklich über die gute Ausgangslage«, sagte Terzic vor dem Rückspiel am 9. März gegen die Spanier.

Thomas Delaney ist derweil Vater geworden. Michelle, die Ehefrau des dänischen Nationalspielers, brachte am Donnerstag die gemeinsame Tochter zur Welt. Weil seine Frau in den Wehen lag, war er nicht nach Sevilla geflogen.

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