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Heidenheim stolpert in Relegation

  • vonSID
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Der VfB Stuttgart begleitet Arminia Bielefeld zurück in die Fußball-Bundesliga, der Hamburger SV bleibt nach einem 1:5 gegen Sandhausen ein drittes Jahr Zweitligist. Dafür kämpft der 1. FC Heidenheim trotz einer 0:3- Niederlage um den letzten freien Platz im Oberhaus gegen Bremen. Dresden und Wehen steigen ab.

Die Verlierer des Hamburger SV sanken frustriert auf den Rasen, der VfB Stuttgart und das Überraschungsteam des 1. FC Heidenheim jubelten trotz Niederlagen: Im Zweitliga-Finale sind die Träume des HSV von der Rückkehr in die Fußball-Bundesliga geplatzt, im "Ländle" wurde dagegen gefeiert. Dem VfB gelang beim Abschied von Ex-Nationalspieler Mario Gomez der Wiederaufstieg, und Außenseiter Heidenheim erreichte die Relegation gegen Bremen. Der freie Fall in Liga drei droht dem 1. FC Nürnberg.

Beim einstigen Bundesliga-Dino in Hamburg war die Enttäuschung nach dem peinlichen 1:5 (0:2) gegen den SV Sandhausen riesig. Heidenheim verlor zwar beim Zweitliga-Meister Arminia Bielefeld auch 0:3 (0:2), doch das Team von Trainer Dieter Hecking konnte diesen Patzer nicht nutzen - wie im Vorjahr blieb nur der vierte Platz. Der Europapokalsieger von 1977 und 1983 muss ein drittes Jahr in der Zweitklassigkeit bleiben.

"Die Beine waren schwer, der Kopf war langsam", sagte HSV-Präsident Marcell Jansen bei Sky: "So eine Leistung ist nicht zu entschuldigen." Zu Heckings Zukunft wollte sich der Ex-Nationalspieler nach der "brutalsten Enttäuschung" nicht äußern: "Jeder Gedanke ist jetzt fehlplatziert." Der Trainer selbst wollte nicht "irgendwas aus der Emotion heraus sagen", er sei aber "der Letzte, der sagt: Ich habe keine Fehler gemacht."

Die Relegationsspiele gegen den Bundesliga-16. Bremen am Donnerstag und am 6. Juli (jeweils 20.30 Uhr/DAZN) bestreiten die Heidenheimer, die erst 2014 in die 2. Liga aufgestiegen waren. "Auch wenn wir heute keinen guten Tag hatten, haben wir uns die Relegation verdient", sagte Trainer Frank Schmidt: "Die Uhren werden jetzt auf null gestellt." Stuttgart blieb trotz des 1:3 (1:1) gegen Darmstadt 98 auf Rang zwei und begleitet Bielefeld auf dem Weg nach oben.

Trauer herrschte in Dresden und Wiesbaden: Dynamo und der SV Wehen steigen in die 3. Liga ab. Bundesliga-Absteiger 1. FC Nürnberg könnte den beiden folgen, denn der Altmeister rutschte mit einem 1:1 (1:0) in Kiel noch auf den Relegationsplatz ab. Der Karlsruher SC sicherte sich durch den 2:1 (1:1)-Sieg in Fürth den Klassenerhalt. "Das haben wir uns anders vorgestellt", sagte Nürnbergs Trainer Jens Keller: "Wir wollten den Sack zumachen, jetzt müssen wir eine Ehrenrunde drehen."

Ein Eigentor von Rick van Drongelen brachte den HSV früh aus dem Konzept (13.). Kevin Behrens (22.) erhöhte gegen völlig konfuse Hamburger, die deutlich höher hätten zurückliegen können. Der Foulelfmeter von Aaron Hunt nach Videobeweis (62.) gab den Hamburgern neue Hoffnung, die Behrens ebenfalls vom Elfmeterpunkt aus (84.), Mario Engels (89.) und der Ex-Hamburger Dennis Diekmeier (90.+3) zerstörten.

Die seit 16 Partien ungeschlagenen Bielefelder, die bereits vor knapp zwei Wochen den Aufstieg perfekt gemacht hatten, erhielten nach dem Schlusspfiff die Schale für die Zweitliga-Meisterschaft. Mit seinem 21. Saisontreffer brachte Torjäger Fabian Klos die Gastgeber früh in Führung (14.). Andreas Voglsammer legte drei Minuten später mit seinem zwölften Tor nach. Jonathan Claus sorgte für die Entscheidung (53.).

Gomez verabschiedete sich zwar mit einem Tor (42.), aber auch mit einer Niederlage. Als er acht Minuten vor Schluss ausgewechselt wurde, stand die sofortige Rückkehr des VfB in die Bundesliga bereits fest. Am Abend verkündete Gomez dann sein Karriereende. "Ich bin sehr dankbar für die Zeit beim VfB, sagte der sichtlich gerührte Stürmer nach seiner letzten Partie.

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