Schalkes Torwart Alexander Nübel reist wegen seiner Rotsperre nicht mit nach München. FOTO: DPA
+
Schalkes Torwart Alexander Nübel reist wegen seiner Rotsperre nicht mit nach München. FOTO: DPA

Zu Hause vor dem TV

  • vonSID
    schließen

(sid). David Wagner wollte sich schon bedanken und erheben, da kam sie doch noch, die unvermeidliche Frage nach Alexander Nübel. "Ha! Ich habe schon überlegt, wer sich das traut", rief der Trainer von Schalke 04 am Freitag während der Pressekonferenz. "Er ist gesperrt. Ich gehe davon aus, dass er das Spiel im Fernsehen schaut."

Zu Hause also, nicht in München. In den turbulentesten Tagen seiner Karriere ist der Torhüter auf Tauchstation. Nicht reden, nicht auffallen - und zwangsweise auch kein Rampenlicht: Durch die Rotsperre fällt das Vorspielen bei seinem künftigen Verein FC Bayern und seinem baldigen Konkurrenten Manuel Neuer am Samstag (18.30 Uhr/Sky) ins Wasser.

Im Tor der Schalker wird erneut ein anderer stehen. Markus Schubert ("Ein geiles Spiel") könnte Nübel, der laut Sportvorstand Jochen Schneider trotz seiner kontroversen Entscheidung "bis zum Ende in unserer Schalke-Familie bleibt", dauerhaft auf die Bank verbannen. "Wenn er in München abliefert, wird es schwierig, ihn aus dem Tor zu nehmen", sagte Berater Stephan Backs, der derzeit für Nübel an allen Fronten den medialen Prellbock gibt, dem Magazin 11Freunde. "Aber wenn David Wagner der Meinung ist, Alex sei der bessere Torwart, dann sollte es auch ums Sportliche gehen und nicht ums Drumherum."

Die Königsblauen setzen inmitten des Torhüter-Trubels auf die Option Wagenburg. "Alex Nübel hat nichts Unrechtes getan. Er klagt sich nicht raus, er streikt sich nicht raus, er gibt 100 Prozent für Schalke 04", betonte Schneider am Mittwoch nochmals. Niemand dürfe vergessen, welch "großartige Leistungen" Nübel im Abstiegskampf der Vorsaison geboten habe: "Er bleibt in unserer Familie. Und niemand sieht es gerne, wenn ein Teil der Familie herausgepickt und angegriffen wird."

Die Schalker haben es damit geschafft, die Unruhe vom Verein und der Mannschaft fernzuhalten. Das 2:0 gegen Borussia Mönchengladbach zum Rückrundenstart war dabei mehr als hilfreich, der Wintertransfer von Leihspieler Jean-Clair Todibo (FC Barcelona, Kaufoption 25 Millionen Euro) könnte schon beim FC Bayern einen weiteren Schub geben. Ob dann nach der Saison ein Ex-Schalker einen anderen Ex-Schalker aus dem Münchner Tor verdrängt, kann den Verantwortlichen herzlich egal sein.

Es zählt die - gemessen an der vergangenen Spielzeit und dem Beginn der laufenden Saison - erstaunlich rosige Gegenwart.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare