Im Anflug: Tobias Reichmann hat Pavel Horák versetzt und visiert das tschechische Tor an. F.: AFP
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Im Anflug: Tobias Reichmann hat Pavel Horák versetzt und visiert das tschechische Tor an. F.: AFP

Ein hartes Stück Arbeit

  • vonDPA
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Vor dem Spiel um den fünften EM-Platz zeigen die deutschen Handballer im abschließenden Hauptrundenspiel gegen Tschechien eine schwache Leistung. Trotzdem gelingt ein 26:22-Sieg - vor allem dank der Abwehr und Torwart Bitter. Aber am Samstag wartet ein deutlich stärkerer Gegner.

Die erneute Ehrung zum besten Spieler des Spiels nahm Torhüter Johannes Bitter ohne große Regung entgegen, auch Bundestrainer Christian Prokop zeigte nach dem mühevollen Abschluss der EM-Hauptrunde keine großen Emotionen. Den zähen 26:22 (13:10)-Arbeitssieg am Mittwochabend gegen Tschechien hakten die deutschen Handballer schnell ab und verließen die Wiener Stadthalle ohne große Jubelarien. Schon am Donnerstagmorgen geht es weiter nach Stockholm, wo am Samstag (16 Uhr/One und sportschau.de) im Spiel um den fünften Platz Portugal und damit auch ein deutlich stärkerer Gegner als die Tschechen wartet.

"Heute war es etwas mit Handbremse. Aber wir sind cool geblieben", meinte Prokop. "Am Ende zählt nur der Sieg." Für die Olympia-Qualifikation Mitte April in Berlin nehme er "ein gutes Mannschaftsgefühl mit. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie Lust auf Handball hat. Wir gehen in die richtige Richtung."

Bester Werfer der DHB-Mannschaft war vor rund 5500 Zuschauern Rückraumspieler Philipp Weber mit fünf Toren. "Wichtig war, dass wir uns heute ordentlich nach Stockholm verabschiedet haben", sagte der Leipziger.

Dass es in der Partie gegen die Tschechen um gar nichts mehr ging, war beiden Teams von Beginn an anzumerken. Stark präsentierte sich nur der 37-jährige Bitter, der allein vor der Pause 44 Prozent der Würfe der Tschechen mit teils spektakulären Reflexen abwehrte. Kapitän Uwe Gensheimer zeigte dagegen erneut eine schwache Leistung.

Auch seine Mitspieler fanden nur äußerst schleppend ins Spiel, was aber nicht groß ins Gewicht fiel, weil die Tschechen zu schwach waren. Auch das verletzungsbedingte Fehlen von Abwehrspieler Patrick Wiencek machte sich zunächst nicht groß bemerkbar, weil die deutsche Mannschaft in der Defensive nicht vor große Schwierigkeiten gestellt wurde.

Aber trotzdem wurde erneut die Problemzone deutlich. Prokop hatte vor der Begegnung betont, dass er die Partie bereits als Vorbereitung auf das Olympia-Qualifikationsturnier im April in Berlin sieht. Und auch wenn die Tschechen international höchstens als zweitklassig einzustufen sind, unterliefen den Rückraumspielern im Positionsangriff zahlreiche technische Fehler. Auch die Chancenverwertung war nicht gut.

Allerdings dürfte es vielen Spielern schwergefallen sein, sich für diese Partie zu motivieren. Angesichts des ohnehin vollen Handball-Kalenders wird sicher auch die Reise nach Schweden am Donnerstag nicht jeden Nationalspieler euphorisch stimmen. Schon am 1. Februar geht es in der Bundesliga weiter. Möglicherweise wird Prokop auch deshalb gegen die Portugiesen vermehrt die Spieler einsetzen, die bei dieser EM bislang noch nicht so häufig zum Zug gekommen sind.

Tschechien: Galia (1), Mrkva; Babak (5), Kasparek (3), Zeman (3), Becvar (2), Zdrahala (2/1), Hrstka (2/1), Jurka (1), Cip (1), Slachta (1), Mubenzem (1).

Deutschland: Bitter (Stuttgart), Wolff (Kielce); Weber (Leipzig/5), Reichmann (Melsungen/4), Häfner (Melsungen/4), Golla (Flensburg/2), Pekeler (Kiel/2), Kühn (Melsungen/2), Kohlbacher (Rhein-Neckar Löwen/2), Zieker (Stuttgart/2), Kastening (Hannover/1), Böhm (Hannover/1), Gensheimer (Rhein-Neckar/ 1/1), Schmidt (Stuttgart), Drux (Berlin), Michalczik (Minden).

Im Stenogramm: SR: Pavicevic/Raznatovic (Montenegro). - Zeitstrafen: 16:12 Min. - Rote Karte: Golla (52.) nach dritter Zeitstrafe. - Siebenmeter: 3/2: 3/1. - Zuschauer in Wien: 5500.

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