Löw happy über Top-Gegner

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Deutschland spielt in der neuen Nations League gegen Frankreich und die Niederlande. Die Fußball-Klassiker erfreuen Bundestrainer Löw. Auch DFB-Chef Grindel ist glücklich. Der Verbandsboss muss qua Amt den in der Bundesliga unbeliebten Wettbewerb verteidigen und hat jetzt gute Argumente.

Die Herbst-Kracher Frankreich und Niederlande machen Joachim Löw richtig "happy". Die in der Bundesliga so ungeliebte Nations League wird für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft durch die brisanten Nachbarduelle zu einer echten Herausforderung und hat für den Bundestrainer damit einen großen Wert. Sichtlich entspannt stand Löw nach der Auslosung am Mittwoch im Swiss Tech Center von Lausanne und war sogar zum Scherzen aufgelegt. "Endlich mal kein Losglück. Gott sei Dank", sagte der 57-Jährige, der sich vorab starke Konkurrenz für die Gruppenphase gewünscht hatte.

"Das ist superinteressant. Die Niederlande und Frankreich sind Nachbarländer mit langer Fußballkultur und Fußballgeschichte. Für die Fans, für uns alle sind das interessante Spiele", sagte Löw. Von September bis November wird sich die DFB-Auswahl in der Gruppe 1 der Liga A gleich im Anschluss an die WM mit der Équipe Tricolore und Oranje in Hin- und Rückspiel messen. Den genauen Spielplan wollte die UEFA noch am späten Mittwochnachmittag bekanntgeben.

DFB-Präsident Reinhard Grindel wirkte nach der Zeremonie erleichtert. "Ich denke, dass auch vor dem Hintergrund der stärkeren Gegner jetzt diesem Wettbewerb mit deutlich größerem Respekt begegnet wird als bisher", sagte der Verbandschef. Energisch hatte er zuvor für den UEFA-Wettbewerb getrommelt, um die kritischen Stimmen aus der Liga von Karl-Heinz Rummenigge bis Michael Zorc zu entkräften.

"Es ist die stärkste Gruppe und damit ist auf einen Schlag klar, was Nations League bedeutet: Einer von den dreien wird absteigen. Das heißt, es wird spannende Spiele geben, volle Stadien. Das hat mit den Freundschaftsspielen, die auf diesen Terminen sonst gespielt worden wären, nichts mehr zu tun", sagte Grindel.

Bei aller plötzlichen Euphorie wollte Löw die Nations League aber auch nicht überbewerten. "Die WM ist das Allergrößte. Sie steht über allen anderen Wettbewerben", sagte Löw und verabschiedete sich schnell Richtung Heimat Freiburg, um weiter an seinem Russland-Plan für den WM-Sommer zu arbeiten.

In Lausanne hatte Löw die 60-Minuten-Show im dunklen Sakko und Rollkragen-Pulli entspannt von seinem Platz in der zweiten Reihe verfolgt. Portugals einstiger Mittelfeldstar Deco erfüllte das Begehr nach starken Gegnern. Frankreich ist das bislang letzte Team, gegen das Deutschland eine Niederlage einstecken musste. Im EM-Halbfinale im Juli 2016 kam das Aus für Mesut Özil und Co. nach dem bitteren 0:2 in Marseille.

Das jüngste Duell mit Oranje, das sich nicht für die WM qualifizieren konnte, liegt schon mehr als fünf Jahre zurück. In Amsterdam gab es im November 2012 in einem Test ein 0:0. Im gleichen Jahr hatte die DFB-Auswahl bei der EM gegen die Niederlande im Gruppenspiel durch zwei Tore von Mario Gomez mit 2:1 gewonnen.

Die je vier Gruppensieger aller vier Staffeln haben zudem die Möglichkeit, sich in einem Playoff-Turnier im März 2020 für die folgende EM zu qualifizieren, sofern sie sich das Ticket nicht schon über die reguläre Ausscheidungsrunde gesichert haben.

Für Löw geht es um eine neue Trophäe, die silbernfarben an eine stilisierte Flamme erinnert. "Wir hatten oft Beschwerden, dass die stärksten Teams gegen schwächere Mannschaften spielen – jetzt spielen sie untereinander", sagte UEFA-Chef Aleksander Ceferin zu den Vorteilen des neuen Wettbewerbs. "Gleichzeitig haben nun kleinere Teams nun größere Chancen, sich zu qualifizieren."

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