Handball

Hanning glaubt an Gold - und wähnt Sportler »im Gefängnis«

(sid). Bob Hanning, Vizepräsident des Deutschen Handballbundes (DHB), glaubt bei den Olympischen Spielen fest an den ganz großen Wurf. »Der Traum von Olympia-Gold lebt«, sagte Hanning im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID). Er geht davon aus, »dass wir eine starke deutsche Mannschaft bei Olympia sehen werden, für die eine Medaille absolut möglich ist«.

Die Handballer, 2016 in Rio mit Bronze dekoriert, starten am Samstag gegen Europameister Spanien ins olympische Turnier, die weiteren Gegner in der starken Vorrundengruppe sind Argentinien, Rekordweltmeister Frankreich, Norwegen und Brasilien. Die ersten vier Teams erreichen das Viertelfinale.

»Der Bundestrainer selbst hat das Halbfinale ausgerufen, und wenn wir Andreas Wolff fragen würden, ob er mit Silber zufrieden wäre, wenn die Jungs im Halbfinale wären, die Antwort würden wir alle kennen«, sagte Hanning, der schon bei seinem Amtsantritt 2013 den Olympiasieg in Tokio als Ziel ausgerufen hatte. Man müsse allerdings »Schritt für Schritt« gehen: »Wenn wir im Viertelfinale stehen sollten, dann leben wir den Traum Halbfinale. Und ganz ehrlich, wer im Halbfinale ist, der will nicht Vierter werden.«

Trotz aller Kritik hält Hanning die Austragung der Sommerspiele »auf jeden Fall für die richtige Entscheidung, im Sinne der Sportler. Auch wenn es nicht die Olympischen Spiele sind, wie wir sie kennen und lieben, ist es trotzdem etwas Besonderes. Vor allem für die vielen Einzelsportler, die nur alle vier Jahre im Mittelpunkt stehen.«

Die starken Einschränkungen für die Sportler vor Ort hält Hanning für richtig, befürchtet aber, dass sich das auf die Leistungsfähigkeit auswirkt. »Man muss sich das wirklich wie in einem großen Gefängnis vorstellen«, sagte der Verbandsvize.

In Tokushima, wo die Handballer momentan ihre Vorbereitung bestreiten, kommen die Spieler »nicht mal an den Strand, und es ist alles sehr eng. Da mache ich mir große Sorgen, dass in den Köpfen eine gewisse Müdigkeit auftreten wird. Bei all dem muss aber auch erwähnt werden, dass die Japaner perfekte, weil überaus freundliche Gastgeber sind.«

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