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Darmstadts Doppeltorschütze Phillip Tietz dreht beim 4:2-Coup auf Schalke jubelnd ab.

»Hammer-Erlebnis«

(dpa/lhe). Der SV Darmstadt 98 ist nach seinem Coup beim FC Schalke 04 in den Kreis der Aufstiegskandidaten der 2. Fußball-Bundesliga gerückt. Die Lilien fügten dem Erstliga-Absteiger beim 4:2 (2:1) in einer packenden Partie am Sonntag die dritte Pflichtspielniederlage in Serie zu und sind in der Tabelle als Vierter an ihnen vorbeigezogen. »Wir haben eine extrem gute Mannschaftsleistung gezeigt«, sagte Doppel-Torschütze Phillip Tietz.

»Es war ein Hammer-Erlebnis! Wir genießen das jetzt.«

Darmstadt holte zuletzt 13 von möglichen 15 Punkten und schraubte die Torausbeute nach dem 13. Spieltag auf 31 Treffer - Ligabestwert. In der stimmungsvollen WM-Arena von 2006 ging es für Schalke gut los. Bereits in der achten Minute jubelten die S04-Fans über ein Eigentor des Darmstädters Luca Pfeiffer. Die Gäste wirkten anschließend jedoch keinesfalls geschockt, sondern drehten die unterhaltsame Partie durch Treffer von Tietz (11.) und Mathias Honsak (23.).

Man wolle »so einen Hochkaräter wie Schalke ärgern und bezwingen«, hatte Trainer Torsten Lieberknecht angekündigt - und sein Team setzte dies kompromisslos um. Den Gastgebern fehlte wie schon zuletzt im DFB-Pokal beim TSV 1860 München und in der Liga in Heidenheim (jeweils 0:1) die Durchschlagskraft im Angriff. Auch Torjäger Simon Terodde kam selten zum Zug.

Die Mannschaft des früheren Lilien-Trainers Dimitrios Grammozis bemühte sich, doch Tietz sorgte mit seinem zehnten Saisontor für das 3:1 (63.). Kurz vor dem Ende machte Marvin Pieringer Schalke mit seinem Anschlusstor noch einmal für ein paar Sekunden Mut (88.), der Ex-Schalker Benjamin Goller entschied die Partie dann aber endgültig (89.). »Ich glaube, wir haben heute wieder bewiesen, was für eine geile Mannschaft wir sind«, sagte Pfeiffer.

Spitzenreiter FC St. Pauli ist der Gewinner des 13. Spieltages in der 2. Bundesliga, obwohl die Kiez-Kicker wegen der coronabedingten Absage der Partie gegen den SV Sandhausen am Wochenende gar nicht gespielt haben. Aber die Konkurrenz um den Aufstieg in die Bundesliga bleibt konstant auf Distanz. Sogar der unmittelbare Verfolger Jahn Regensburg patzte beim 2:3 gegen Aufsteiger Hansa Rostock wie auch der ambitionierte 1. FC Nürnberg beim 1:2 gegen Werder Bremen erstmals daheim. Und Remiskönig Hamburger SV verpasste mit dem achten Unentschieden beim 1:1 in Karlsruhe wieder ein Schritt nach vorn. Für einen Aufstiegsaspiranten, wie ihn der HSV auch in seinem vierten Zweitligajahr verkörpert, ist das zu wenig. »Nie mehr 1. Liga - HSV«, sangen die KSC-Fans schadenfroh.

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