Ekaterina Makarova und Elena Vesnina feiern 2016 den Olympiasieg im Damendoppel. Bei den nächsten Spielen in Tokio werden die Tennisspielerinnen ihren Titel zumindest unter russischer Flagge nicht verteidigen können. FOTO: IMA
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Ekaterina Makarova und Elena Vesnina feiern 2016 den Olympiasieg im Damendoppel. Bei den nächsten Spielen in Tokio werden die Tennisspielerinnen ihren Titel zumindest unter russischer Flagge nicht verteidigen können. FOTO: IMA

CAS halbiert Dopingsperre

(sid/dpa). Russland wird für zwei Jahre weitgehend vom Weltsport ausgeschlossen und darf als Nation auch nicht an den Olympischen und Paralympischen Spielen in Tokio 2021 (Sommer) und Peking 2022 (Winter) teilnehmen. Der Internationale Sportgerichtshof CAS halbierte allerdings die am 9. Dezember 2019 durch die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) verhängten Sanktionen.

Grund für die Strafe waren Manipulationen von Daten aus dem Moskauer Doping-Kontrolllabor. Russland hatte die ursprünglich vierjährige Sperre, die auch den Ausschluss der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA beinhaltete, nicht akzeptiert und den CAS angerufen. Die Verhandlung fand vom 2. bis 5. November statt.

"Das Gremium hat die Konsequenzen verhängt, um die Art und die Schwere widerzuspiegeln, und um sicherzustellen, dass die Integrität des Sports gegen die Geißel des Dopings gewahrt bleibt", hieß es in einer Mitteilung des CAS. Das Gremium habe "Fragen der Verhältnismäßigkeit und insbesondere die Notwendigkeit berücksichtigt, einen kulturellen Wandel herbeizuführen und die nächste Generation russischer Athleten zu ermutigen, an einem sauberen internationalen Sport teilzunehmen."

Neben den Aus für die beiden Olympischen und Paralympischen Spiele ist der Sport-Großmacht bis zum 16. Dezember 2022 auch kein Start unter russischer Flagge und mit russischer Hymne bei Weltmeisterschaften wie der Fußball-WM 2022 in Katar erlaubt, deren Finale allerdings zwei Tage nach Ablauf der Sanktionen angesetzt ist. Russische Sportler werden allerdings nicht generell verbannt. Sie dürfen unter bestimmten Voraussetzungen als "neutrale Athleten" teilnehmen.

Der 2014 ans Licht gekommene russische Dopingskandal beschäftigt die Sportwelt seit Jahren, rund 1000 Sportler sollen in das Dopingsystem involviert gewesen sein. Alleine 15 000 Dateien seien bei den Manipulationen gelöscht und mindestens 145 Athleten dadurch geschützt worden. Individuelle Strafen gegen Sportler sollten so verhindert werden.

Whistleblower Grigori Rodtschenkow hat das Urteil des Internationalen Sportgerichtshof CAS scharf kritisiert. Die Entscheidung des CAS, das "Baby zu teilen", sei "unsinnig" und "ungerecht", teilte Rodtschenkow mit.

Trotz klarer Beweise für Korruption, Dopingbetrug und Behinderung der Justiz habe sich der CAS als "unwillig und unfähig" erwiesen, "auf die systematische und langjährige Kriminalität Russlands angemessen zu reagieren", meinte Rodtschenkow, der als früherer Leiter des Moskauer Doping-Kontrolllabors die Praktiken Russlands während der Olympischen Winterspiele 2014 enthüllt hatte.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur sieht sich allerdings durch die zweijährige Sperre bestätigt. "Dieses Urteil ist ein wichtiger Moment für den sauberen Sport und Athleten in aller Welt", sagte Wada-Präsident Witold Banka laut einer Mitteilung vom Donnerstag. Allerdings zeigte sich der Pole auch enttäuscht, dass die Richter die ursprünglich von der Wada empfohlene Vier-Jahres-Sperre halbierten.

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