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Halbes Dutzend für Shiffrin

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Keine Medaille, dennoch eine Überraschung: Simon Jocher wird bei der Ski-WM Fünfter in der Kombination. Die würdigen Sieger eines zunehmend fragwürdigen Wettbewerbs sind Mikaela Shiffrin und Marco Schwarz.

Die sensationelle Silberserie der deutschen Skirennläufer ist am vierten Wettkampftag der WM in Cortina d’Ampezzo wie erwartet zu Ende gegangen. In den beiden Kombinationswettbewerben war am Montag ohnehin nur der junge Simon Jocher an den Start gegangen - der WM-Debütant schlug sich allerdings herausragend: Neunter im Super-G, nach dem für ihn fachfremden Slalom dann bemerkenswerter Fünfter im Endklassement des alpinen Zweikampfs - auch der 24-Jährige übertraf alle Erwartungen. »Einfach sensationell«, lobte ihn ARD-Experte Felix Neureuther.

Würdige Sieger eines zunehmend fragwürdigen Wettbewerbs waren Mikaela Shiffrin und Marco Schwarz - doch auch Jocher war nach seinem guten 16. Platz im Spezial-Super-G am vergangenen Donnerstag mit seinem zweiten Auftritt »echt happy«. Zumal der Abfahrtsspezialist gerade mal vier Tage Slalom trainiert hatte, »zwei Tage im Sommer in einer Skihalle in Belgien, und im Winter habe ich jetzt noch mal zwei Tage irgendwo reingeschoben«. Kein Wunder, dass Jocher »super zufrieden war«.

Shiffrin gewann bereits ihr sechstes WM-Gold nach zuvor vier Siegen in Serie im Slalom (2013 bis 2019) und einem Titel im Super-G (2019). Die 25 Jahre alte Ausnahmeläuferin gewann den gestutzten alpinen Zweikampf souverän vor Petra Vlhova aus der Slowakei (0,86 Sekunden zurück) und Olympiasiegerin Michelle Gisin aus der Schweiz (+0,89). Titelverteidigerin Wendy Holdener (Schweiz) schied im Slalom aus. Die ursprünglich als einzige deutsche Starterin vorgesehene Kira Weidle war nach Silber in der Abfahrt bereits abgereist.

Schwarz bescherte Österreich nach dem Doppelschlag von Vincent Kriechmayr in Super-G und Abfahrt bereits das dritte Gold. Nach einem für ihn starken Super-G holte der Slalomspezialist und WM-Dritte von 2019 in der zweiten Disziplin seinen Rückstand auf Titelverteidiger Alexis Pinturault auf und lag am Ende 0,04 Sekunden vor dem Franzosen. Bronze in einem spannenden Finale gewann Loic Meillard (Schweiz/+1,12).

Die Kombination, ein Urwettbewerb der alpinen Skirennläufer, ist mittlerweile zu einem Zombie verkommen: Sie darf einfach nicht sterben. Einst bestand sie aus einer Abfahrt und zwei Slalomläufen, nach der WM sollte sie abgeschafft und bei der WM und Olympia durch die Parallel-Rennen ersetzt werden. Die Abmachung wurde gekippt, zum ersten Mal wurden nun ein Super-G und ein Slalomlauf gefahren - so soll es auch bei Olympia 2022 in Peking sein.

Jocher, der als guter 16. im Super-G am vergangenen Donnerstag seinen Einstand bei den alpinen Weltmeisterschaften gegeben hatte, vergab ausgerechnet in seiner Spezial-Disziplin eine noch bessere Endplatzierung: Im unteren Streckenteil unterlief ihm ein Patzer. Im Slalom zog er trotzdem nicht zurück.

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