Eishockey

Haie kämpfen ums Überleben

  • vonSID
    schließen

(sid). Uwe Krupp wollte die Kölner Haie im deutschen Eishockey eigentlich zurück an die Spitze führen, doch wegen der Coronakrise muss er jetzt vielmehr um die Existenz des Traditionsklubs bangen. "Wir können nicht zu 100 Prozent sagen, dass wir dabei sind", sagte der frühere Bundestrainer der "Kölnischen Rundschau" deutlich. Durch den bereits zweimal verschobenen Saisonstart in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) klafft beim achtmaligen Meister eine finanzielle Lücke im siebenstelligen Bereich. Für den Fall eines Saisonbeginns herrscht große Ungewissheit in der Domstadt, die Krupp "sehr nahe geht".

Die Probleme der Haie stehen sinnbildlich für die finanziell prekäre Situation der Klubs, die anders als der Fußball viel geringere TV-Gelder erhalten. Ohne Fans aber fehlen 80 Prozent der Einnahmen. "Der bedeutendste Teil unserer wirtschaftlichen Grundlage wird entzogen", schrieben die Kölner. KEC-Geschäftsführer Philipp Walter sagte der "Rundschau" daher, dass "unser Geschäftsmodell im Grunde verboten ist".

So bleibt den Haien zunächst nichts anderes übrig, als bei seinen treuesten Anhängern "betteln" zu gehen. Sie hoffen auf die Unterstützung ihrer Dauerkarteninhaber und der Kölner Bevölkerung und wollen 100 000 virtuelle Tickets verkaufen, um den "Fortbestand des Eishockeystandorts Köln" zu sichern.

Laut Vereinsmitteilung vom Donnerstag tragen Spieler, Trainer und Mitarbeiter zudem mit einem Gehaltsverzicht von bis zu 60 Prozent in der Coronakrise zum Ausgleich der finanziellen Schieflage bei. Trotz der fatalen finanziellen Situation präsentieren sich die Haie "kämpferisch". Dies sei "Teil unserer DNA", sagte Walter und betonte: "Die weiße Flagge zu hissen, ist für uns keine Option."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare