Der 42-jährige Tommy Haas zeigt in Berlin eine beeindruckende Leistung. FOTO: DPA
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Der 42-jährige Tommy Haas zeigt in Berlin eine beeindruckende Leistung. FOTO: DPA

Haas wie in alten Tagen

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(sid). Noch einmal drehte Tommy Haas die Zeit zurück. Gekonnt spielte der Tennis-Oldie unerreichbare Stoppbälle, die Mütze trug er umgedreht auf dem schwarzen Haar, vieles erinnerte an seine glanzvolle sportliche Vergangenheit, als Haas den Weltranglistendritten Dominic Thiem beim zweiten Einladungsturnier von Berlin forderte.

6:7 und 3:6 hieß am Ende im Halbfinale der Hartplatz-Veranstaltung im Hangar 6 des ehemaligen Flughafens Tempelhof. Das Aus vor auffallender Kulisse war erwartbar gewesen für einen, der seine Karriere vor drei Jahren beendet hatte und nun auf einen 16 Jahre jüngeren Gegner traf, in dem er einen kommenden Grand-Slam-Sieger sieht, und der das Turnier am Sonntagabend gegen den Italiener Jannik Sinner dann auch souverän mit 6:4, 6:2 gewann. Und doch war Haas "sehr zufrieden, mit dem, was ich gespielt habe. Es hat richtig viel Spaß gemacht." Haas, das wurde bei einem seiner seltenen Auftritte in Deutschland deutlich, hat auch mit 42 Jahren nichts verlernt. In seiner Wahlheimat Kalifornien steht der einstige Weltranglistenzweite in Duellen mit Freunden mehrmals in der Woche auf dem Court.

Die Athletik seines Körpers ist Beweis dafür. Die Belastung auf höchstem Niveau in Berlin forderte dann aber doch ihren Tribut. Mit einer Verletzung in der linken Wade meldete er sich am Sonntag für das Spiel um Platz drei gegen den Spanier Roberto Bautista Agut ab. Für ihn sprang Mischa Zverev ein, der das Duell mit 6:4, 6:3 für sich entschied.

Eine Blessur und positive Erinnerungen, aber auch wertvolle Erfahrungen nahm Haas für die Rückreise in die USA mit ins Gepäck. In Kalifornien ist er als Turnierdirektor des Masters in Indian Wells tätig. Von den Berliner Veranstaltern, so glaubt Haas, könnten in der Coronakrise auch die Turniere in den USA lernen. Das derzeit am heißesten diskutierte Thema ist dabei die Austragung der US Open (31. August bis 13. September). Angesichts immer neuer Corona-Rekordzahlen in den Vereinigten Staaten scheint die Umsetzung des Events höchst fraglich, auch wenn New York mittlerweile als Vorreiter in den USA gilt. "Ich gehe davon aus, dass es die US Open geben wird. Ich glaube, alle sind heiß drauf", sagte Haas, der das Berliner Hygienekonzept als vorbildlich lobte.

Genau beobachten wird die Entwicklung auch Andrea Petkovic. Die 32-Jährige aus Darmstadt beendete das Turnier mit einem Erfolgserlebnis, im Spiel um Platz drei gegen die Weltranglistenfünfte Jelena Switolina (Ukraine) siegte sie mit 6:4, 7:6 (7:1). Am Samstag hatte Petkovic das Halbfinale gegen die zweifache Wimbledon-Siegerin Petra Kvitova 6:3, 4:6 und 5:10 verloren. Den Turniersieg holte sich die Lettin Anastasija Sevastova mit 3:6, 6:3, 10:5 über Kvitova.

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