Seltsamer Taktik-Wechsel

Guardiola vercoacht Finale

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(dpa/sid). Der Kuss der Silbermedaille war die letzte seltsame Entscheidung von Pep Guardiola an diesem bitteren Finalabend von Porto. In den Stunden nach dem erneuten Scheitern am ersehnten Champions-League-Triumph mit Manchester City wollte der rätselhafte Startrainer einmal mehr nicht erkennen, wie er mit einem irritierenden Taktik-Wechsel das Endspiel gegen den FC Chelsea vercoacht hatte.

»Warum hast du es wieder vermasselt, Pep?«, fragte die »Daily Mail« in fetten Lettern am Sonntag und erinnerte an die neun vergeblichen Anläufe Guardiolas in der Königsklasse seit seinem zweiten Titelgewinn mit dem FC Barcelona im Jahr 2011.

»Ich habe mit meiner Aufstellung das Beste versucht«, beteuerte der 50-Jährige. Doch die Abkehr von der Meistertaktik der abgelaufenen Premier-League-Saison raubte den Cityzens um Nationalspieler Ilkay Gündogan im ersten Champions-League-Finale der Clubgeschichte ihre größten Stärken. Guardiola habe »den schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn überschritten«, ätzte »The Sun« und erkannte in der Wahl der Formation »eines seiner verrückten Professoren-Experimente«.

Mit Raheem Sterling, Kevin De Bruyne, Riyad Mahrez, Phil Foden und Bernardo Silva brachte Guardiola reichlich Offensiv-Power. Selbst Chelsea-Coach Thomas Tuchel war überrascht: »Wir haben erwartet, dass Fernandinho spielt. Er hat eine sehr offensive Aufstellung gewählt«, sagte er. Guardiolas Überfall-Idee zündete jedoch nicht. Im ersten Durchgang kamen die Citizens kaum hinter die von Chelseas Abwehrchef Antonio Rüdiger perfekt organisierten Linien, im Rückwärtsgang waren sie für Konter anfällig. Kapitän und Stabilisator Fernandinho kam erst in der 64. Minute. Da stand sein Team schon mit dem Rücken zur Wand.

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