"Mia san mia." Die Bayern um Thomas Müller (l.) und Leon Goretzka sind nach dem 3:1 in Mainz zurück an der Bundesliga-Tabellenspitze. FOTO: AFP
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"Mia san mia." Die Bayern um Thomas Müller (l.) und Leon Goretzka sind nach dem 3:1 in Mainz zurück an der Bundesliga-Tabellenspitze. FOTO: AFP

FCB grüßt als Tabellenführer

  • vonSID
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Bayern München hat die Durststrecke von RB Leipzig zur Rückkehr an die Tabellenspitze genutzt. Vor allem Borussia Dortmund und auch noch Borussia Mönchengladbach mischen im Titelrennen der Bundesliga mit.

Bayern Münchens Ex-Präsident Uli Hoeneß hätte Borussia Mönchengladbach womöglich noch eine Ladung Weißwürste geliefert: Dank der Schützenhilfe des früheren Erzrivalen vom Niederrhein kann der Titelverteidiger das Meister-Rennen in der Fußball-Bundesliga wieder aus der seinem Selbstverständnis nach einzig angemessenen Position kontrollieren - von oben.

"Back on top", kommentierte Münchens Medienabteilung auf Twitter die neugeordneten Verhältnisse im Oberhaus und fügte in bekannter Selbstüberzeugung hinzu: "Mia san mia." Durch das 3:1 (3:1) beim Abstiegskandidaten FSV Mainz 05 und den erneuten Punkteverlust des bisherigen Tabellenführers RB Leipzig gegen Gladbach gehen die Bayern am kommenden Sonntag (18 Uhr/Sky) als Tabellenführer in das Gipfeltreffen mit den Sachsen.

Die Rückkehr auf Platz eins nach fast vier Monaten und 13 Spieltagen schmerzvoller Abstinenz lässt die Münchner denn auch vor Selbstvertrauen strotzen: "Wir haben wieder zu unserer gewohnten Spielweise zurückgefunden", sagte Abwehrspieler David Alaba und ergänzte vielsagend: "So sind wir schwer aufzuhalten."

Tatsächlich muss Münchens erfolgreiche Aufholjagd als rauschend eingestuft werden. Noch am 14. Spieltag hatten die Bayern satte sieben Punkte Rückstand auf den damaligen Tabellenführer Mönchengladbach und gingen immerhin auch noch vier Punkte hinter Herbstmeister Leipzig in die Winterpause, nur um nach den ersten drei Rückrunden-Spielen schon wieder einen Zähler vor RB zu stehen. "Immer weiter", verdeutlichte Thomas Müller nach dem sechsten Sieg in Serie die Philosophie des Bayern-Express.

In Leipzig spielte Trainer Julian Nagelsmann den Rollentausch vom Gejagten zum Jäger betont herunter. "Dass wir nicht gewonnen haben, schmerzt mehr als der Verlust der Tabellenführung", sagte der Coach nach dem zweiten Spiel seines Teams in Folge ohne Sieg (ein Punkt). Gleichwohl dürften die Leipziger zum Jahreswechsel noch nicht erwartet haben, lediglich als Herausforderer nach München reisen zu können.

Der Druck auf Nagelsmanns Mannschaft ist groß: Im schlechtesten Fall nämlich kann Leipzig am Ende des nächsten Wochenendes auch noch hinter die Verfolger Borussia Dortmund und Mönchengladbach zurückfallen und für die weiteren Anwärter auf einen Champions-League-Platz wieder in Sichtweite geraten.

Besonders in Dortmund blühen nach dem Traumstart in die Rückrunde (drei Siege und 15 Tore) und durch Stürmer-Juwel Erling Haaland wieder Träume vom ersten Titel seit acht Jahren. Nur allzu gerne lenkten die Westfalen nach dem 5:0 (2:0) gegen den Neuling Union Berlin die Aufmerksamkeit von ihren Ambitionen auf ihren erst 19 Jahre alten "Wunderstürmer", der auch in seinem dritten Spiel für den BVB mindestens doppelt traf und sein Konto auf insgesamt sieben Treffer aufstockte.

"Er hat diese Gier, unbedingt Tore erzielen zu wollen", beschrieb Dortmunds Kapitän Marco Reus das Phänomen Haaland. Gut möglich, dass der "Killer" mit dem Babyface für die Schwarz-Gelben im Saisonverlauf auch noch zum Bayern-Schreck avanciert.

Aber auch Mönchengladbach kann zu einem Gewinner des nächsten Spieltages werden: Auf dem Papier jedenfalls haben die Fohlen im Derby gegen den 1. FC Köln gegenüber dem BVB (bei Bayer Leverkusen) die leichtere Aufgabe und könnten zum ersten Verfolger der Bayern aufsteigen.

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