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Aktive und Offizielle warten in der Schlange, um sich einem Corona-Test im View Hotel zu unterziehen.

Grünes Licht für Australian Open

  • vonSID
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(sid). Der Testmarathon sorgte am Tag nach dem großen Schrecken für lange Schlangen vor dem View Hotel in Melbourne. Spieler, Offizielle und Mitarbeiter der Australian Open traten zum Corona-Check an. Parallel puzzelten Turnierdirektor Craig Tiley und sein Team einen neuen, komprimierten Zeitplan für die Vorbereitungsevents zusammen. »Wir sind mit Volldampf dabei«, verkündete der 59-Jährige und verbreitete Optimismus.

Doch für die Profis bedeutet der Wirbel eine weitere empfindliche Störung ihrer ohnehin schon turbulenten Vorbereitung auf das erste Jahreshighlight ab dem kommenden Montag. »Das sind außergewöhnliche Bedingungen und mit nichts vergleichbar, was Tennisspieler jemals erleben mussten«, sagte Eurosport-Experte Boris Becker am Donnerstag. Zuvor hatte Tiley sich »absolut zuversichtlich« gezeigt, »dass die Australian Open stattfinden werden«. Die sechs Vorbereitungsevents sollen am Freitag nach einem Tag Pause wieder aufgenommen werden.

Dazu zählt der ATP Cup, in dem das deutsche Team um Alexander Zverev im zweiten Gruppenspiel (0.00 Uhr/Servus TV und Sky) auf Serbien mit dem Weltranglistenersten Novak Djokovic trifft. Angelique Kerbers Match bei der »Grampians Trophy« gegen die Tunesierin Ons Jabeur steht ebenfalls wieder auf dem Plan, die dreimalige Grand-Slam-Siegerin wurde wie die deutschen Männer negativ getestet.

Es ist für die Veranstalter nach dem Infektionsfall in einem Spielerhotel und der folgenden, kurzfristigen Isolation von 520 Tennisprofis, Offiziellen und Mitarbeitern eine Herkulesaufgabe, alle Matches durchzukriegen, ohne die Verletzungsgefahr zu erhöhen. Die Frauen-Tour WTA reagiert und verzichtet bei den aktuellen Veranstaltungen vor den Australian Open auf Entscheidungssätze. Sollten die ersten zwei Durchgänge keinen Sieger bringen, werden Tie-Breaks bis zehn Punkte gespielt.

Am Freitag soll dann einen Tag später als geplant auch die Auslosung für die Australian Open stattfinden, bei denen die deutschen Profis angreifen wollen. Während Kerber nach ihrer strikten 14-tägigen Quarantäne ohne Training auf dem Platz ihre Erwartungen dämpfte, scharrt Zverev schon mit den Hufen. Becker traut dem 23 Jahre alten Weltranglistensiebten viel zu, im vergangenen Jahr war für Zverev erst im Halbfinale Schluss.

»Er kommt aus seinem besten Grand-Slam-Jahr, in dem er eigentlich die US Open hätte gewinnen müssen«, sagte das deutsche Tennis-Idol: »Er ist einer der Favoriten des Turniers. Ich würde mich sehr täuschen, wenn er nicht sehr weit im Turnier kommt.« Gleichzeitig erhöht der sechsmalige Grand-Slam-Champion den Druck auf die deutsche Nummer eins. »Er ist langsam im besten Tennisalter«, sagte Becker: »Er weiß, dass die Verantwortung bei ihm liegt. Die Zeit der Ausreden ist vorbei.«

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