Mönchengladbachs Alassane Plea erzielt beim 6:0 in Donezk gleich drei Treffer. Hier der Treffer zum 6:0, Keeper Anatolii Trubin ist machtlos. FOTO: AFP
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Mönchengladbachs Alassane Plea erzielt beim 6:0 in Donezk gleich drei Treffer. Hier der Treffer zum 6:0, Keeper Anatolii Trubin ist machtlos. FOTO: AFP

"Großes Tennis" geboten

  • vonSID
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Borussia Mönchengladbach und Bayern München gelingen in der Champions League Kantersiege: Gladbach führt nun seine schwere Gruppe an, die Bayern sind derweil fast schon im Achtelfinale.

Klare Sache: 6:0, 6:2 - Borussia Mönchengladbach und Bayern München haben am dritten Spieltag der Champions League "großes Tennis" geboten. Die Fohlen übernahmen durch ihren Kantersieg bei Schachtjor Donezk auch die Führung in ihrer "Hammergruppe" vor Real Madrid. Der Titelverteidiger aus München stürmte mit einer fulminanten Schluss-Viertelstunde bei Red Bull Salzburg auf das Achtelfinale zu - dennoch herrscht vor dem Bundesliga-Gipfel bei Borussia Dortmund zunehmend Unruhe im Verein: Wegen David Alaba.

Die Geschichten über den FC Hollywood habe er "früher auch gerne gelesen", sagte Thomas Müller nach dem beeindruckenden 6:2 (2:1) des FC Bayern in Salzburg mit einem Schmunzeln. Es sei doch schön, "dass sich ein bisschen was rührt bei uns und wenn es knistert". Aber: Es knistert zu heftig - wegen Alaba. Vor allem Trainer Hansi Flick nervt die Unruhe zur Unzeit.

"Ich sage nichts mehr dazu. Mir ist es wichtig, dass wir Ruhe haben. Wir haben am Samstag ein schweres Spiel in Dortmund", betonte Flick. Auf den Klassiker am Samstag (18.30 Uhr/Sky) beim BVB werde man sich jetzt wie immer vorbereiten, "alles andere ist kein Thema, Sie können mir noch fünf Fragen stellen, da werde ich immer das Gleiche sagen".

Doch Flick konnte sagen oder eben nicht sagen, was er wollte - es knistert. In Salzburg preschte nun auch noch Sportvorstand Hasan Salihamidzic vor und stellte Alabas Abschied fast als Fakt dar. "Es heißt ja: Sag niemals nie. Aber ich weiß jetzt nicht mehr, wie wir noch zusammenfinden sollen", sagte er vor dem 14. Sieg des Rekordmeisters in der Königsklasse in Folge.

Immerhin zeigten sich die Bayern unbeeindruckt von den Nebengeräuschen um Alaba oder den positiv auf Corona getesteten Niklas Süle. Torjäger Robert Lewandowski (21./ Foulelfmeter und 83.), Jérôme Boateng (79.), Leroy Sane (83.) und Lucas Hernandez (90.+2) trafen für die Münchner. Dazu kam ein Eigentor von Rasmus Kristensen (44.).

Bei Gladbach herrschte dagegen ungetrübte Freude, zu verdanken war dies Alassane Plea. "Es war für mich ein toller Abend. Ich bin froh und glücklich", sagte der Franzose, der beim furiosem 6:0 (4:0) bei Schachtjor Donezk gleich drei Treffer erzielte.

Plea, in Gladbach nur "Lasso" genannt, stand mit seiner Leistungsexplosion sinnbildlich für das gesamte Team: Bei den Fohlen ist endlich der Champions-League-Knoten geplatzt. "Die Hälfte ist gespielt, und wir grüßen von oben", sagte Trainer Marco Rose stolz. Vor Real, Donezk und Inter Mailand geht die Borussia als Tabellenführer in die Königsklassen-Pause.

Kein Wunder, dass Erinnerungen an die 70er Jahre wach wurden. Einen höheren Auswärtssieg etwa hatte Borussia im Europapokal zuletzt auf Island beim 7:0 gegen IBV Vestmannaeyjar gefeiert - im September 1973. Drei Tore in der Fremde waren vor Plea international nur zwei Fohlen gelungen: Jupp Heynckes, sogar dreimal in den 70ern. Und dem aktuellen Kapitän Lars Stindl 2017 in Florenz. Längst läuft in Gladbach eine neue, eigene Zeitrechnung. Der erstmalige Einzug in die K.-o.-Runde der Champions League würde das zementieren. Rose warnte aber vor zu großer Euphorie. "Wir dürfen das Ergebnis genießen, klar. Aber im Grunde genommen haben wir noch nichts erreicht", sagte der Coach: "Die drei Spiele, die jetzt noch kommen, werden alles entscheiden. Ich glaube jetzt schon zu wissen, dass Schachtjor in drei Wochen in Mönchengladbach völlig anders auftreten wird."

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