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Die Münchner Löwen feiern ihren Pokalsieg gegen Schalke - und Matchwinner Stefan Lex (2. v. l.).

Großer Abend für die Löwen

(sid). Borussia Dortmund und RB Leipzig üben sich erfolgreich in Minimalismus, Schalke 04 patzt empfindlich an der Grünwalder Straße: Während Titelverteidiger BVB und der Vorjahresfinalist aus Sachsen ebenso wie die weiteren Erstligisten den Sprung ins Achtelfinale des DFB-Pokals schafften, schied das Zweitliga-Spitzenteam aus Gelsenkirchen völlig überraschend beim Drittligisten 1860 München aus.

Der fünfmalige Cup-Champion um Coach Dimitrios Grammozis unterlag mit 0:1 (0:1) und verpasste erstmals seit sechs Jahren den Sprung in die Runde der letzten 16. »Ich bin enttäuscht, denn es war viel mehr drin«, sagte Grammozis: »Irgendwie wollte der Ball nicht rein.«

Ohne den erst in der zweiten Halbzeit eingewechselten Torjäger Simon Terodde tat sich Schalke von Beginn an schwer, eine Rote Karte gegen Malick Thiaw (48.) wegen einer Notbremse machte die Aufgabe noch komplizierter. Die Münchner, nur Tabellen-16. in Liga drei, brachten ihren frühen Treffer von Stefan Lex (5.) über die Zeit und jubelten danach ausgelassen.

Zufrieden mit dem Weiterkommen war auch Dortmunds Coach Marco Rose trotz Mini-Kulisse, zähen Belagerungsfußballs und der erst späten Entscheidung. Gegen das Zweitliga-Schlusslicht FC Ingolstadt verzettelten sich die Dortmunder mit einer besseren B-Elf, zogen aber durch ein 2:0 (0:0) dank Joker Thorgan Hazard (72., 81.) vor nur 25 130 Zuschauern in die nächste Runde ein. »Wir hätten früher das 1:0 machen können, dadurch haben wir es uns selbst schwer gemacht«, sagte Hazard bei Sky.

Der Ende September verpflichtete Ingolstädter Trainer Andre Schubert wartet indes weiter auf seinen ersten Sieg. Dennoch durfte Schubert mit der disziplinierten Vorstellung seiner Mannschaft zufrieden sein. »Wenn wir sehen, wie sich die Fans von Dortmund gefreut haben, heißt das, dass wir einen guten Job gemacht haben«, sagte er im TV-Sender Sky. »Wir haben es taktisch klug mit viel Geduld gemacht und Dortmund eine ganze Menge Ärger bereitet.« Dennoch räumte Schubert auch ein: »Borussia hat es sich verdient, weiterzukommen.«

Den hochambitionierten Leipzigern reichte ein mühsamer Arbeitssieg beim wacker kämpfenden Regionalligisten SV Babelsberg. Die Mannschaft von Coach Jesse Marsch gewann 1:0 (1:0) durch einen Treffer von Dominik Szoboszlai (45.) und darf somit weiter von der erneuten Endspiel-Teilnahme am 21. Mai in Berlin träumen. »Wichtig ist, dass wir weitergekommen sind. Egal, ob 4:0 oder 1:0«, sagte Szoboszlai in der ARD.

Bei Hertha lebt die Hoffnung aufs Finale im eigenen Stadion ebenfalls weiter durch einen hart erschufteten 3:1 (1:1)-Erfolg beim Regionalligisten Preußen Münster. Stevan Jovetic (3.), Ishak Belfodil (79.) und Marco Richter (83.) trafen für den Favoriten. Münster schaffte zwischenzeitlich den Ausgleich durch Thorben Deters (41.), musste aber nach einer Gelb-Rote-Karte gegen Nicolai Remberg (45.+1) die zweite Hälfte in Unterzahl bestreiten.

Auch Hoffenheim setzte sich durch und der kriselnde Vorjahres-Halbfinalist Holstein Kiel verlor auch im DFB-Pokal seinen Schrecken. Die Störche, die in der 2. Liga auf den viertletzten Tabellenplatz abgestürzt sind, unterlagen 1:5 (0:2) beim Bundesligisten und schossen die Tore für den Gegner auch noch teilweise selbst.

Johannes van den Bergh (3.) und Hauke Wahl (31.) trafen ins eigene Netz. Zwei Eigentore im DFB-Pokal hatte es zuletzt 1977 bei der Partie zwischen der TuS Rosenberg und dem MSV Duisburg (1:11) gegeben. Nach dem Anschlusstreffer von Phil Neumann (47.) sorgten Angelo Stiller (59.), Munas Dabbur (72.) sowie Jacob Bruun Larsen (84.) für klare Verhältnisse.

Indes hat Joker Marcus Ingvartsen den FSV Mainz 05 erstmals seit vier Jahren wieder ins Achtelfinale des DFB-Pokals geschossen und Arminia Bielefeld einen weiteren sportlichen Tiefschlag versetzt. Der Däne traf am Dienstagabend vor 9000 Zuschauern in der 114. Minute zum 3:2 (0:1, 2:2) nach Verlängerung. Masaya Okugawa (2.) hatte die Ostwestfalen früh in Führung gebracht. Jonathan Burkardt (53.) und Karim Onisiwo (59.) drehten nach der Pause die Partie, ehe der erst 22 Minuten zuvor eingewechselte Torgarant Fabian Klos (89.) die bis zur letzten Sekunde kämpfenden Gäste in die Verlängerung köpfte.

Der Hamburger SV hat sich in einem rassigen -Duell gegen den 1. FC Nürnberg ins Achtelfinale des DFB-Pokals gezittert. Im von zwei minutenlangen Verletzungspausen überschatteten Cup-Fight voller Emotionen setzte sich die Mannschaft von Trainer Tim Walter am Dienstagabend erst im Elfmeterschießen mit 4:2 (zuvor 1:1) beim ebenbürtigen Zweitligarivalen durch. Die Nürnberger Lino Tempelmann und Asger Sörensen vergaben vor 19 267 Zuschauern ihre Strafstöße.

Der SC Freiburg zitterte sich mit einem 3:2 im Elfmeterschießen (zuvor 2:2) beim Drittligisten VfL Osnabrück ins Achtelfinale.

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