Frank Schmidt
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Frank Schmidt

1. FC Heidenheim

"Große können von uns lernen"

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(sid). Wenn beim 1. FC Heidenheim gefeiert wird, "dann richtig", hatte Trainer Frank Schmidt (46) vor über einem Jahr erzählt, als er nach einem möglichen Bundesliga-Aufstieg gefragt wurde. Dann, ergänzte der 46-Jährige, "lassen wir die Mücken auch mal rückwärts fliegen". Es könnte bald soweit sein, dass die Mücken in der 50 000-Einwohner-Stadt ihr Flugverhalten ändern.

Heidenheim hat vor dem Saisonfinale am Sonntag bei Spitzenreiter Arminia Bielefeld als Tabellendritter der 2. Liga gute Chancen auf die Relegation. Das Selbstvertrauen ist groß. "Wir wurden immer als Dorfklub belächelt. Aber mit unserer ehrlichen und bodenständigen Arbeit können auch große Klubs von uns lernen", betonte Vorstandschef Holger Sanwald in der "Sport Bild". Der 1. FC hat sich seit Jahren mit Gelassenheit, Professionalität, Zusammenhalt, Weitblick und Kontinuität in der 2. Liga etabliert.

Der Erfolg trägt einen Namen: Frank Schmidt. Seit 2007, damals noch in der Oberliga, ist er im Amt, längst ist der gebürtige Heidenheimer zu einer Institution geworden. "Der kann sich nur selbst entlassen", sagte Sanwald, selbst seit 26 Jahren im Verein, zuletzt im SWR. Das Erfolgsgeheimnis von Schmidt? "Wenn man so lange Trainer ist wie Christian Streich in Freiburg oder ich hier, dann reicht es nicht aus, fachlich gut zu sein. Man braucht Sozialkompetenz", sagte der Coach im "Zeit"-Interview. Vor allem aber, so Schmidt, nehme er sich "nicht wichtiger, als ich bin". Mit seinen Spielern rede er auch "über andere Dinge, wir lachen und weinen gemeinsam."

Angebote für den erfolgreichen Coach gab es einige: "Aber ich fühle mich hier wertgeschätzt." Weshalb er seinen Vertrag bis 2023 verlängert hat. Der Verein habe, so Schmidt, "immer Ziele und ist nie zufrieden, was gut zu mir passt. Es gab noch keinen Tag, an dem ich keinen Bock hatte." FOTO: DPA

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