Ergebnisse sind für Bundestrainer Joachim Löw auf dem Weg in Richtung EM-Endrunde noch zweitrangig. FOTO: DPA
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Ergebnisse sind für Bundestrainer Joachim Löw auf dem Weg in Richtung EM-Endrunde noch zweitrangig. FOTO: DPA

Wie Gourmet-Essen aus der Dose

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Der Zwiespalt wird Bundestrainer und Fans erst einmal weiter begleiten: Die Nationalelf zeigt gute Ansätze, aber liefert noch keine Leckerbissen. Dazu stimmen die Ergebnisse nicht. Für den Oktober hat Joachim Löw schon einen neuen Plan.

Joachim Löw muss erst einmal mit "gemischten Gefühlen" leben, seine Spieler gehen mit Frust zurück zu ihren Vereinen. Leckerbissen sind Länderspiele für die Fußballfans derzeit nicht. Die Auftritte gegen Spanien und nun auch in der Schweiz wirkten wie vieles in der nervenden Corona-Zeit - wie Gourmet-Essen in einer leeren Bahnhofshalle aus der Dose. Der Geschmack ist ab und an zu erahnen, der Genuss aber fehlt.

"Manche Dinge haben gut geklappt, aber es gab auch Phasen, wo es nicht gemacht wurde - und dann kriegen wir Probleme", sagte der Bundestrainer etwas verklausuliert zu den Erkenntnissen einer sehr speziellen Woche mit der deutschen Nationalmannschaft mit zwei 1:1-Unentschieden gegen Spanien und die Schweiz. Sein Personal wählte teilweise drastischere Worte, vor allem wegen des erneut ausgebliebenen Erfolgserlebnisses gegen die Eidgenossen. "Ich bin auch ein bisschen angepisst", sagte Ilkay Gündogan, der Schütze des 1:0. Wie schon drei Tage zuvor in Stuttgart gegen Spanien, verspielte das DFB-Team im St.-Jakob-Park von Basel den Vorsprung und wartet nach sechs Partien in der Nations League weiter auf den ersten Sieg. Mit nur zwei Punkten nach zwei Spielen droht in dem Wettbewerb wie schon bei der Erstauflage vor zwei Jahren ein Absturz.

Verrückte Experimente

Für Löw sind auf dem Weg zur EM-Mission 2021 die Ergebnisse zunächst zweitrangig. Im kommenden Sommer und noch nicht jetzt will er ein harmonierendes, widerstandsfähiges und taktisch variables Ensemble auf den Rasen bringen. Dafür wagt er wie gegen die Schweizer, die sich ihrerseits an Europas Spitze herantasten, einige fast verrückte Experimente. Löw ließ konsequent Mann gegen Mann spielen und den Gegner schon in seinem Strafraum attackieren. Wofür das in Richtung EM einmal gut sein soll, erschließt sich wohl nur den Insidern.

"Beide Spiele waren mit Licht und Schatten, mit guten Ansätzen, aber natürlich beide Spiele auch mit Fehlern", sagte der Weltmeistercoach von 2014. "Ein Tick Widerstandsfähigkeit und Cleverness", habe diesmal gefehlt, stellte Außenspieler Thilo Kehrer fest. Auch die laute und klare Kommunikation und Motivation der Spieler untereinander müsse besser werden, betonte Löw: "Das ist auch eine Sache der Reife."

Angesichts einer Länderspielpause von fast zehn Monaten, der komplizierten Saisongestaltung wegen der Corona-Pandemie, einiger fehlender Leistungsträger aus München und Leipzig und des unterschiedlichen Fitnesszustandes seiner Spieler habe er Fehler und Schwankungen quasi eingeplant: "Das habe ich fast schon erwartet." Das Wichtigste für Löw: "Ich habe gesehen, dass die Spieler willig waren, die Dinge umzusetzen."

Weiter an seinem EM-Plan arbeiten kann Löw Anfang kommenden Monats, wenn er seinen Kader zu den nächsten Nations-League-Aufgaben in der Ukraine und in Köln zum Rückspiel gegen die Schweiz zusammenzieht. Grund zur Panik sieht der 60-Jährige nicht: "Ansätze waren gute da, aber natürlich wollen wir im Oktober gewinnen", betonte der er. Und das werde auch gelingen.

Seine Überlegungen zum nächsten Länderspiel-Fenster, das auch noch ein Freundschaftsspiel in Köln gegen die Türkei mit einschließt, lassen aber erahnen, dass sich an der Gesamtsituation wenig ändern wird. "Es sind drei Spiele, das macht es nicht einfacher", bemerkte Löw mit Hinweis auf die Belastungsproblematik und kündigte an: "Wir müssen wahrscheinlich einen großen Kader nominieren. Man muss einteilen und aufteilen." Heißt: Es wird quasi auch ein Team Deutschland II geben, in dem dann mögliche EM-Ergänzungsspieler wie Florian Neuhaus, Luca Waldschmidt, Robin Koch und Robin Gosens ihre Chance bekommen.

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