Leon Goretzka (hier nach seinem Tor gegen Augsburg) ist mit seinen Einsatzzeiten unzufrieden. FOTO: DPA
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Leon Goretzka (hier nach seinem Tor gegen Augsburg) ist mit seinen Einsatzzeiten unzufrieden. FOTO: DPA

Goretzka murrt

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(sid). Nein, es war nun beileibe nicht alles eitel Sonnenschein. Vier Punkte Vorsprung hat Bayern München seit Sonntagnachmittag in der Tabelle vor Borussia Dortmund, fünf auf RB Leipzig - da wäre trotz einer mäßigen Leistung aus der Kategorie "Arbeitssieg" beim 2:0 (0:0) gegen den FC Augsburg ein hohes Maß an Zufriedenheit zu erwarten gewesen. Nur einer mochte sich da nicht anschließen: Leon Goretzka, Schütze des erlösenden zweiten Treffers (90.+1).

"Ich fühle mich in einer Topverfassung, aktuell in der besten Verfassung meiner Karriere", behauptete der Nationalspieler - nur: Er scheint aus der ersten Elf gefallen zu sein in einer Phase, in der Trainer Hansi Flick mutmaßlich nach der idealen Besetzung sucht, ehe es nach der geplanten Länderspielpause Schlag auf Schlag geht mit wichtigen Spielen: zunächst in Dortmund, dann aller Voraussicht nach im Viertelfinale der Champions League, dann im Pokal gegen Eintracht Frankfurt - vorausgesetzt, es gibt keine Verlegungen.

Goretzka hat zuletzt vor einem Monat von Beginn an gespielt, beim 0:0 gegen Leipzig. Und gerade, weil er sich in der Form seines Lebens fühlt, "bin ich nicht glücklich, wenn ich nicht von Anfang an spiele", sagte er offenherzig. Ja, ergänzte der gebürtige Bochumer ruhig und sachlich, "für mich gilt es, das zu akzeptieren, du musst die Faust in die Tasche stecken und dich anbieten." Wenn er seine Leistung bringe, "habe ich auch die Berechtigung, in der Startelf zu stehen". Von Flick, dem bislang im Umgang mit den Spielern auch von diesen selbst ein gutes Händchen nachgesagt wird, erwartet der unzufriedene Goretzka zunächst eine Erklärung: "Das wird man noch besprechen müssen." Ja, aber dann bitte nicht öffentlich, sondern unter "vier oder sechs Augen", mahnte Sportdirektor Hasan Salihamidzic, offensichtlich besorgt um das bislang so harmonische Binnenklima. Wenn Goretzka reinkomme und Gas gebe, wird ihn der Trainer wieder aufstellen", ergänzte er.

Gegen widerspenstige Augsburger sorgte Goretzka nach dem erleichternden 1:0 durch den erneut starken Thomas Müller (53.) für eine heftige Umarmung zwischen Flick und Assistent Hermann Gerland - zwischendurch hatte Augsburg eine Großchance durch Florian Niederlechner (85.) zum Ausgleich. "Das 2:0 war eine gewisse Erlösung. Unterm Strich bleiben die drei Punkte, das wollten wir", sagte Flick, der eine gewisse Müdigkeit als Erklärung für die mäßige Leistung ausmachte und zwei freie Tage anordnete.

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