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Goran Pandev (hinten Liechtensteins Sandro Wolfinger) ist der populärste Fußballer Nordmazedoniens.

»Goran der Große« ist der Nationalheld

  • VonSID
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(sid). Star, Ikone, Nationalheld: Goran Pandev ist für Nordmazedonien viel mehr als nur der beste Fußballer des Landes. »Man kann Alexander den Großen infrage stellen - aber nicht Goran den Großen«, sagt Trainer Igor Angelovski über den Kapitän, Rekordnationalspieler und besten Torschützen der kleinen Balkanrepublik. Und das soll im WM-Qualifikationsspiel heute auch die DFB-Auswahl zu spüren bekommen.

Seine »roten Löwen« und er, betont Pandev in den Zeitungen der Funke-Gruppe, »machen es keinem Gegner leicht«.

Der wuselige Stürmer traf einst schon den großen FC Bayern mitten ins Herz. Mit Inter Mailand gewann Pandev 2010 im Finale gegen den deutschen Rekordmeister die Champions League; bei der Neuauflage des Endspiels im März 2011 bedeutete sein später 3:2-Siegtreffer im Achtelfinal-Rückspiel das Aus für die Münchner. Doch das wichtigste seiner 171 Profitore erzielte der 37-Jährige im vergangenen November: Das goldene 1:0 im Playoff-Finale der EM-Qualifikation in Georgien brachte Nordmazedonien erstmals zu einem großen Turnier. »Gott hat mich dafür ausersehen«, sagte Pandev bei macedonianfootball.com.

In der Heimat tanzten Zehntausende der zwei Millionen Einwohner ausgelassen auf den Straßen, auch in Pandevs Café »19« (nach seiner Rückennummer im Klub) in seiner Geburtsstadt Strumica war die Hölle los - trotz Corona. »Strumica war außer Rand und Band, wie das ganze Land«, sagt Pandev stolz. Bei der Rückkehr in die Heimat wurden die Helden von Ministerpräsident Zoran Zaev empfangen, der stilecht das rote Nationaltrikot mit der Nummer »10« und dem Namen »Pandev« auf dem Rücken trug.

Pandev wurde zum »Sportler des Jahres« gewählt, die Zeitung »Sport« nennt ihn »unsere Ikone«. Doch der sind Allüren fremd. »Ich habe mich nie als Star gefühlt«, sagt er, »meine Tore sind mir nicht wichtig, ich möchte nur helfen.« Seine Jugendliebe Nadica, die Mutter seiner drei Kinder, sei »der Schlüssel für alles, was ich erreicht habe«.

Seine Heimatliebe ist auch nach 20 Kicker-Jahren in Italien, inzwischen beim FC Genua, ungebrochen. In Strumica hat er ein Sportcenter finanziert und mit Akademija Pandev einen eigenen Klub gegründet, in dem sein Bruder Sashko spielt.

»Das Nationaltrikot ist mir heilig«, sagt er, mit der EM werde sein »Kindheitstraum« wahr. Nach dem Turnier will Pandev seine Karriere mit dann 38 beenden, als »Abschiedsspiel« ist das Rückspiel gegen Deutschland am 11. Oktober geplant, anschließend eine zweite Karriere als Sportdirektor. Nichts da, sagt Trainer Angelovski: »Auch nach der EM gibt es für Goran keine Rente. Erst müssen wir noch zur WM 2022 nach Katar!«

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