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Götze-Tor zu wenig

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Mario Götze (l.) hat für PSV Eindhoven getroffen, dennoch siegt Ajax mit 2:1. © DPA Deutsche Presseagentur

Die 2. Liga spielt verrückt: Torrausch, Außenseiter an der Tabellenspitze, Spannung auf Herzschlagniveau. Was Werder Bremen und Paderborn liefern, ist die Krönung an diesem Spieltag.

(dpa). Mario Götze hat das Toreschießen nicht verlernt. Der Ex-Weltmeister trifft, kann seinen Club PSV Eindhoven beim 1:2 gegen Ajax Amsterdam aber nicht vor einem Rückschlag im Titelrennen bewahren. Sein früherer Trainer Jürgen Klopp schöpft in England mit dem FC Liverpool wieder neue Hoffnung.

Rückschlag trotz Tor: Auch ein Treffer Götze hat die PSV Eindhoven nicht vor einer Niederlage im Spitzenspiel der niederländischen Ehrendivision bewahrt. Die Mannschaft von Trainer Roger Schmidt verlor gegen Ajax Amsterdam 1:2 und musste damit dem Rekordmeister die Tabellenführung überlassen. Vor leeren Rängen erzielte Götze den zwischenzeitlichen Ausgleich.

Jürgen Klopp hat mit dem FC Liverpool wieder für etwas Spannung im Titelrennen gesorgt. Die Reds siegten bei Crystal Palace am Sonntag 3:1 und konnten wieder etwas an Manchester City heranrücken. Die Elf von Startrainer Pep Guardiola hatte sich nach zwölf Siegen in Serie am Samstag mit einem 1:1 beim FC Southampton begnügen müssen.

Irre Spektakel, knisternde Spannung, begeisternde Tore - die 2. Fußball-Bundesliga ist in dieser Saison die verrückteste seit vielen Jahren. Und das Bemerkenswerteste: Die halbe Liga spielt um den Aufstieg. Die Krone setzten dem Ganzen der SC Paderborn und Bremen mit einem atemberaubenden Spektakel auf, aus dem Werder am Samstag mit 4:3 als Sieger hervorging.

»Es war ein wildes Spiel«, befand Paderborns Coach Trainer Lukas Kwasniok, Werder-Trainer Ole Werner korrigierte: »Es war ein verrücktes Spiel.« Und Werders Toptorschütze Marvin Ducksch meinte: »Ein absolut geiles Spiel.« Auf einem Untergrund, der mehr einer landwirtschaftlichen Nutzfläche bei der Frühjahrsbestellung glich als einem gepflegten Rasen, lieferten sich beide Teams ein ungehemmtes Offensivfeuerwerk, das die 750 Zuschauern in der Benteler-Arena von den Sitzen riss.

Die Partie wäre wohl 6:4 für Werder ausgegangen, hätten der Videoassistent in Köln und der Schiedsrichter nicht so gut aufgepasst und drei vermeintliche Tore nicht gewertet. Der Videomann hatte gar erkannt, dass bei einem von Werder-Torwart Jiri Pavlenka gehaltenen Foulelfmeter ein Bremer mit seiner Fußspitze in dem an den Strafraum grenzenden Halbkreis stand. Verboten! Elfmeter wiederholt. Tor Paderborn. Danach ging die Post ab - und die Tore waren eines schöner als das andere. Darunter ein 40-Meter-Knaller vom Paderborner Felix Platte fast vom Mittelkreis über den Werder-Torwart hinweg.

Was in dem mitunter vogelwilden Spektakel unterging: Bremen macht ernst mit seinen Aufstiegsbemühungen. Seit fünf Spielen ist der ehemalige Holstein-Kiel-Trainer Werner Coach der Hanseaten, seither gewann die Mannschaft nur noch (18:6 Tore) und katapultierte sich von Platz zehn auf Rang drei.

Auch der FC Schalke 04 jubelt. Nicht nur wegen des 5:0 beim FC Erzgebirge Aue, das das Torkonto der Königsblauen anreicherte und am punktgleichen Hamburger SV vorbei auf Platz vier ziehen ließ. Schalke ist stolz auf sein Händchen. Die Leihe des Norwegers Andreas Vindheim von Sparta Prag entpuppte sich als Glücksgriff: In seinem ersten Spiel bereitete der Verteidiger drei Tore vor und erzielte eines selbst. »Es war ein grandioser Auftakt von ihm«, schwärmte Sportdirektor Rouven Schröder.

Auch der Dritte aus dem Kreis der Großkopferten jubelte: Das 2:1 des HSV im Stadtderby gegen den FC St. Pauli war für die Fans des Rautenteams unglaublich wichtig. Fünf Derbys zuvor (vier Niederlagen) hatte der HSV nicht gewonnen und war vom eigenen Anhang darob schon verspottet worden. Trainer Tim Walter blieb bei allem Derby-Getöse sachlich: »Mehr als drei Punkte gibt es heute auch nicht. Wir haben nur ein Spiel gewonnen.« Und am 6. Februar kommt es zum Gipfeltreffen mit dem Hamburger SV.

Ins Trudeln gerät dagegen der Stadtnachbar und Pokal-Viertelfinalist. Der von der Tabellenspitze geholte FC St. Pauli ist seit vier Spielen sieglos. Vermutung: Im Aufstiegsrennen beginnt das Nervenflattern. »Um unser Selbstvertrauen braucht man sich keine Sorgen zu machen«, konterte Trainer Timo Schultz. Sein Team muss aber auswärts endlich seine Spitzenrolle nachweisen: nur drei Siege in elf Spielen.

Diebische Freude herrscht in Hessen. Der SV Darmstadt 98 hat bislang alle Erwartungen übertroffen und distanziert selbst die Platzhirsche. Der neue Spitzenreiter (39 Punkte) holte mit dem 2:0 in Ingolstadt den fünften Auswärtssieg in Serie. Trainer Thorsten Lieberknecht denkt nicht im Entferntesten über den möglichen Aufstieg nach. »Wir sind sehr happy und genießen mit aller Bodenständigkeit diese Situation«, sagte er. Seine Profis sprechen von einer »schönen Momentaufnahme«. Vielleicht ist Bescheidenheit der beste Weg. Dagegen verliert Jahn Regensburg die Aufstiegsplätze nach zuletzt fünf Spielen mit nur einem Sieg zunehmend aus dem Blick. Das 1:2 (1:1) daheim gegen Holstein Kiel verursachte einen Absturz auf Rang acht. Keine Tore gab es im zweiten Sonntagsspiel zwischen Hannover 96 und Dynamo Dresden.

(dpa/lhe). Der SV Wehen Wiesbaden kommt in der 3. Fußball-Liga nach einer Nullnummer gegen den VfL Osnabrück nicht voran. »Insgesamt war das Spiel umkämpft und ausgeglichen, von daher geht das so in Ordnung«, sagte Cheftrainer Markus Kauczinski bei Magentasport.

Nach der Pause hatten der SV Wehen Glück, als der Osnabrücker Maurice Trapp (51.) einen Freistoß an der Mauer vorbei an den Pfosten setzte.

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Oben freuen sich die Bremer nach dem Tor zum 4:3 in Paderborn, rechts gratuliert Darmstadts Trainer Torsten Lieberknecht seinem Spieler mit Patric Pfeiffer zum 2:0-Sieg. © DPA Deutsche Presseagentur
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_1SPOHSPORT17-B_164427_4c © DPA Deutsche Presseagentur

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