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Gnabry läuft Müller Rang ab

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"Müller, Müller", schrien die rund 50 Kinder, als sich Thomas Müller in der Sporthalle des SV Lindenau durch einen abgesteckten Parcours schlängelte. Dann lupfte der Nationalspieler den Ball aus drei Metern aber nur an die Latte des kleinen Tores, und ein lautes "Ohhhh" erfüllte den Raum. Als Müller dann auch noch ein Okocha-Trick gründlich misslang, kicherte sogar das eine oder andere Kind.

"Müller, Müller", schrien die rund 50 Kinder, als sich Thomas Müller in der Sporthalle des SV Lindenau durch einen abgesteckten Parcours schlängelte. Dann lupfte der Nationalspieler den Ball aus drei Metern aber nur an die Latte des kleinen Tores, und ein lautes "Ohhhh" erfüllte den Raum. Als Müller dann auch noch ein Okocha-Trick gründlich misslang, kicherte sogar das eine oder andere Kind.

"Im normalen Spiel darf ich ja auch flach schießen", sagte Müller nach dem Vereinsbesuch vor dem Länderspiel am Donnerstag (20.45 Uhr/RTL) in Leipzig gegen Russland: "Ich hätte schon gerne ein Tor gemacht, so ist es nicht."

Jedes noch so kleine Erfolgserlebnis ist beim Torjäger a. D. derzeit herzlich willkommen. In der Bundesliga hat der Profi von Bayern München seit Anfang September nicht mehr getroffen, im Trikot der Nationalmannschaft wartet Müller sogar seit acht Monaten auf ein Tor. Die Folge: Das von Louis van Gaal einst formulierte Diktum "Müller spielt immer" gilt nicht mehr – weder bei Bayern München noch in der Nationalmannschaft.

In beiden Teams hat ihm zurzeit Serge Gnabry den Rang abgelaufen. Der sechs Jahre jüngere Offensivspieler wurde zuletzt sowohl von Bayern-Coach Niko Kovac als auch von Bundestrainer Joachim Löw von Beginn an aufgestellt, während Müller auf der Bank Platz nehmen musste. Zum steigenden Selbstvertrauen des Sohnes eines Ivorers und einer Schwäbin dürfte trotz der 2:3-Niederlage im Gipfeltreffen der Bayern bei Borussia Dortmund beigetragen haben, dass Gnabry beide Bayern-Tore einleitete und eindrucksvoll bewies, dass er einer der wenigen Münchner "Lichtblicke" in dieser Saison ist, wie es Sportdirektor Hasan Salihamidzic ausdrückte.

Müller indes agierte gegen Dortmund wieder einmal fleißig, aber glücklos. Immer öfter kommt er eine Fußspitze zu spät, vertändelt im entscheidenden Moment den Ball oder wird von seinen Mitspielern übersehen. Wenn Müller aber keine Torgefahr ausstrahlt, hat er nicht mehr viele Argumente für einen Platz in der Startelf. Vor allem die Jokerrolle beim 1:2 Mitte Oktober in Frankreich hat ihm deutlich vor Augen geführt, dass der unabwendbare Umbruch im Nationalteam auch seine Person betreffen könnte.

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