Er weiß, wie es geht: Gladbachs Jonas Hofmann möchte nach seinem Tor zum Champions-League-Auftakt beim 2:2 in Mailand heute Abend gegen Real Madrid nachlegen. FOTO: DPA
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Er weiß, wie es geht: Gladbachs Jonas Hofmann möchte nach seinem Tor zum Champions-League-Auftakt beim 2:2 in Mailand heute Abend gegen Real Madrid nachlegen. FOTO: DPA

Gladbach voller Vorfreude

  • vonSID
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Die Risikoreise des FC Bayern München nach Moskau wird zu einem ungewöhnlichen Kurztrip. Borussia Mönchengladbach freut sich heute Abend auf einen Festtag in der Champions League gegen die Königlichen von Real Madrid.

Titelverteidiger Bayern München will sich auf seinem europäischen Siegeszug auch durch die strapaziöse Risikoreise nach Moskau nicht stoppen lassen, Borussia Mönchengladbach beim ersten Wiedersehen seit 35 Jahren für die Königlichen von Real Madrid nicht nur Spalier stehen: Mit Siegen am zweiten Spieltag der Champions League könnten die großen Fußball-Bundesliga-Rivalen der 70er Jahre einen Riesenschritt Richtung Achtelfinale machen. Die Herausforderungen könnten unterschiedlicher aber kaum sein.

Hansi Flick wischte all die Bedenken an der Reise mit Sondergenehmigung und nächtlichen Corona-Tests einfach beiseite. "Wir reden die letzten Wochen immer nur über Belastung, aber die Mannschaft spielt guten Fußball, das ist Mentalitätssache", betonte der Bayern-Trainer mit Blick auf den ungewöhnlichen Kurztrip zum Spiel bei Lokomotive Moskau am heutigen Dienstag (18.55 Uhr MEZ/DAZN). Getreu seinem Motto: "Kein Grund zum Jammern." Dabei ist bei der Reise ins Ungewisse nichts wie sonst.

Das wurde schon vor dem Abflug mit Rückkehrer Serge Gnabry am Montag deutlich. Weil sechs folgende Tests bei Gnabry jeweils negativ ausfielen, geht man davon aus, dass der erste Test "falsch positiv" war, hieß es bei den Bayern. "Wir schauen, dass wir möglichst schnell hin und möglichst schnell wieder zurückkommen, weil das mit zur Belastung gehört", sagte Flick. Das Abschlusstraining fand nicht in der Moskauer RZD-Arena, sondern wie die Pressekonferenz noch in München statt. Im Privatjet ging es um 14.30 Uhr mit den Bossen in die russische Hauptstadt. Dort wurde sofort das Teamhotel angesteuert, in dem sich die Bayern hermetisch abschirmen. "Wir bewegen uns ja, die Amerikaner sagen Bubble, in der Blase", sagte Thomas Müller, "wir sehen außer dem Flughafen und dem Bus nur das Mannschaftshotel und den grünen Rasen." Das habe den Vorteil, dass das Corona-Risiko gering gehalten werde. "Ich wüsste nicht, wo da für uns eine Gefahr liegen sollte", meinte Müller, er halte die Reise für "unbedenklich".

Im Umfeld wird alles unternommen, um dieser Haltung gerecht zu werden. Die Bayern sind keine 30 Stunden vor Ort, nach dem Schlusspfiff am Dienstagabend um 22.40 Uhr russischer Zeit fliegen sie um 1 Uhr zurück. Dank einer Sondererlaubnis dürfen die Münchner nachts um 2.15 Uhr MEZ zu Hause landen - dann geht es für die müden Kicker direkt zum Klubgelände an die Säbener Straße. Dort sind nach dem ersten von vier (!) Auswärtsspielen mit dem Klassiker in Dortmund (7. November) binnen zwölf Tagen für 3.15 Uhr nachts die nächsten Corona-Tests angesetzt.

Trotz dieser Widrigkeiten wollen die Bayern nach der 4:0-Gala gegen Atletico Madrid ihren "Flow" auch in Moskau fortsetzen, wie Müller betonte, auch der Titel sei in diesem Jahr wieder "absolut" möglich.

Diesen nimmt Borussia Mönchengladbach nicht ins Visier, doch das Spiel gegen Champions-League-Rekordsieger Real Madrid soll ein Festtag werden. "Das wird für uns alle ein Highlight. Es soll für uns aber kein lustiges Abenteuer werden, sondern wir wollen zeigen, was wir können", sagte der seit Wochen in Bestform aufspielende Nationalspieler Jonas Hofmann vor dem Kracher vor leeren Rängen heute Abend (21 Uhr/Sky).

Real unter Druck

Die peinliche Auftakt-Niederlage des spanischen Fußball-Rekordmeisters gegen Schachtjor Donezk (2:3) hat die Karten in der Gruppe B neu gemischt, und Gladbach hält nach dem vielversprechenden 2:2 bei Inter Mailand ein gutes Blatt in der Hand. "Da haben wir schon mal ein Ausrufezeichen gesetzt - das wollen wir bestätigen", sagte Hofmann bei Sky. Allerdings hat Real Madrid mit Toni Kroos den Schalter durch den Sieg im Clasico beim Erzrivalen FC Barcelona (3:1) rechtzeitig umgelegt. Daher rechnet Gladbach-Trainer Marco Rose auch mit einer Wiedergutmachung der bis aufs Blut gereizten Spanier in der Königsklasse. "Real hat bislang immer die Gruppenphase überstanden. Sie werden wissen, was sie am Dienstag an Punkten brauchen. Dementsprechend werden sie auftreten", sagte Rose.

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