DHB-Trainer Alfred Gislason kann momentan nicht viel tun. Er analysiert die nächsten Gegner der deutschen Handballer, obwohl er nicht einmal weiß, wann die Spiele anstehen. FOTO: DPA
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DHB-Trainer Alfred Gislason kann momentan nicht viel tun. Er analysiert die nächsten Gegner der deutschen Handballer, obwohl er nicht einmal weiß, wann die Spiele anstehen. FOTO: DPA

Gislason kann nur analysieren

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(dpa). Alfred Gislason erreicht man dieser Tage telefonisch auf seinem Hof in Wendgräben bei Magdeburg. Doch ursprünglich wollte der Handball-Bundestrainer in dieser Woche mit der DHB-Auswahl in Berlin das Olympia-Ticket lösen. Im Interview spricht der 60-Jährige über die schwierige Situation und seine Hoffnungen auf einen Neustart.

Wie geht es Ihnen gesundheitlich?

Sehr gut. Ich habe mich wie alle Nationalspieler testen lassen und war negativ.

Sie sind mit großem Enthusiasmus in Ihre Amtszeit gestartet und dann ausgebremst worden. Wie schwer fällt es, Füße und Hände still zu halten?

Ich hatte mir das natürlich anders erträumt. Diese Zwangspause hat niemand vorhersehen können. Aber ich habe in den vergangenen Wochen zumindest alle Spiele unserer nächsten Gegner auf Video angeschaut und analysiert. Das Eigenartige dabei ist, dass man nicht weiß, wann diese Gegner auf einen zukommen.

In dieser Woche hätten Sie mit der DHB-Auswahl in Berlin ursprünglich um das Olympia-Ticket gespielt. Trauern Sie diesem Highlight ein wenig hinterher?

Wir hätten ab Montag ein Trainingslager mit der Nationalmannschaft gehabt. Wann die Olympia-Qualifikation gespielt wird, weiß niemand. Das ist schwierig für alle - vor allem für die Sportler. Aber das ist nun einmal die Situation.

Haben Sie derzeit Kontakt mit den Nationalspielern?

Eher wenig. Die Spieler sind jetzt alle mit der Situation in ihren Vereinen beschäftigt. Ich lasse sie momentan in Ruhe, weil ich auch gar keine Ahnung habe, wann der nächste gemeinsame Termin sein wird. Anfangs hatte ich gehofft, dass wir vielleicht in Quarantäne zusammen hätten trainieren können. Aber das ging nicht. Natürlich hoffe ich, dass wir im Sommer einen Lehrgang mit der Nationalmannschaft hinbekommen.

Die WM 2021 ist - Stand jetzt - das nächste Großereignis. Wie schätzen Sie die Ukraine als deutschen Gegner in der Playoff-Qualifikation ein?

Generell ist es zu früh, schon im Detail über die WM-Playoffs oder die Olympia-Qualifikation zu sprechen. Aber ich habe alle Spiele der Ukraine bei der EM 2020 analysiert. Im Angriff nehmen sie fast immer den Torwart heraus und spielen sieben gegen sechs. Damit muss man klarkommen.

Die Bundesliga will spätestens Ende April entscheiden, ob die Saison noch zu Ende gespielt wird. Würden Sie für den Fall einer Fortsetzung zu einzelnen Begegnungen fahren, um die Nationalspieler zu beobachten?

Das wird eher nicht möglich sein, weil die Spiele - wenn überhaupt - sehr wahrscheinlich ohne Zuschauer stattfinden werden. Ich werde das dann zu Hause am Fernseher verfolgen.

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