Gewaltiger Optimismus

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(sid). Achim Beierlorzer nahm den Krach am Journalistentisch als gutes Omen. "Scherben bringen Glück!", rief der neue Trainer des 1. FC Köln lachend, nachdem ein Porzellanteller scheppernd in zwei Dutzend Teile zersprungen war. Dann trank der 51-Jährige sein Wasser - standesgemäß aus einer 0,2-Liter-Kölschstange, die in seiner bayrischen Heimat wohl als Reagenzglas durchgehen würde.

Ein Start nach Maß also. Beierlorzer wird sich aber noch an einiges gewöhnen müssen. Dem chronisch kritischen Umfeld stellte er in Müngersdorf am Donnerstag gewaltigen Optimismus entgegen. Frisch, dynamisch und verbindlich kam er daher, als Mann, der einen positiven Geist in den stets zweifelnden Verein tragen will. "Wir haben jetzt schon eine Bundesliga-Mannschaft, und wir werden uns verstärken", betonte Beierlorzer. Er versprach offensiven Aktiv-Fußball ohne Ballgeschiebe und hohen Einsatz.

Eine Pressekonferenz vor 45 Medienvertretern hatte Beierlorzer, der nach zwei Jahren bei Jahn Regensburg erstmals einen Bundesliga-Verein trainieren wird, auch noch nicht gehalten. Wie beim Jahn schüttelte er jedem Kameramann und jeder Fotografin zur Begrüßung die Hand. Auch das kam gut an. Ebenso die Einsicht, dass er sich am Rhein noch einen Namen machen muss: "Ich erwarte nicht, dass mich alle mit der Sänfte durch die Stadt tragen." Auch privat wird sich vieles ändern für Beierlorzer. "Ich war 18 Jahre lang Sport- und Mathematiklehrer", berichtete er - doch das Beamtenverhältnis endet am 1. August endgültig. Sein neuer Vorgesetzter ist begeistert von Beierlorzer: "Ich hoffe, ich kann mich zurücklehnen und Home Office machen", sagte der Geschäftsführer Sport Armin Veh, "ich habe alles in gute Hände gegeben."

Die Akklimatisierung jedenfalls verläuft anständig. Und gelernt hat er bereits - auf die Frage nach dem Saisonziel antwortete er mit DEM kölschen Lebensmotto: "Es kütt, wie es kütt." Kleine Korrektur: Echte Kölner sagen nicht "es", sondern "et".

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