Er trägt weiter ein rotes Trikot, aber nicht das des FC Bayern: Thiago hat sich gestern in München verabschiedet und wechselt zum FC Liverpool. FOTO: DPA
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Er trägt weiter ein rotes Trikot, aber nicht das des FC Bayern: Thiago hat sich gestern in München verabschiedet und wechselt zum FC Liverpool. FOTO: DPA

Getrübte Vorfreude

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Bayern München startet in seine Mission Triple- Verteidigung nun doch ohne Fans und ohne "Qualitätsspieler" Thiago. Trainer Hansi Flick steht vor dem Auftakt vor einigen Problemen. Ein Spieler befindet sich in Quarantäne.

Der Abschied schmerzte. Auch wenn die Trennung von Thiago längst nicht mehr überraschte, wurde es vor dem Training von Bayern München am Donnerstag "sehr emotional. Alle waren sehr traurig, als er sich verabschiedet hat", sagte Trainer Hansi Flick.

Nach sieben erfolgreichen Jahren verlässt der spanische Zauberfuß den Rekordmeister mit Tränen in Richtung FC Liverpool - und hinterlässt beim FC Bayern auf dessen Mission Triple-Verteidigung eine riesige Lücke. "Er ist ein außergewöhnlicher Spieler, der der Mannschaft viel gegeben hat. Ich kann Kloppo (Jürgen Klopp, d. Red.) nur gratulieren. Er bekommt einen Topspieler und einen super Menschen", betonte Flick vor dem Bundesliga-Auftakt heute Abend (20.30 Uhr/ZDF und DAZN).

Dass die Bayern gegen Schalke 04 nun doch ohne Fans starten müssen, war deshalb für den Erfolgscoach am Donnerstag das geringste Problem. "Wir verlieren noch mal einen Qualitätsspieler", sagte Flick, der verständnisvoll auf die Donnerstag-Entscheidung der Stadt München reagierte, dass das Eröffnungsspiel doch ohne Fans - und nicht mit den zuvor geplanten 7500 - stattfinden muss. In der bayerischen Landeshauptstadt steigen die Corona-Infektionszahlen rasant an. Die Verantwortlichen müssten "den Zahlen Rechnung tragen", kommentierte der 55-Jährige.

Flick forderte angesichts der extremen Belastungen bis Weihnachten mit 27 Pflichtspielen für die Nationalspieler in 97 Tagen weitere Verstärkungen für seinen Kader: "Wichtig ist, dass wir mehrere Optionen haben, um die Belastungssteuerung so umsetzen zu können, dass die Spieler immer frisch sind." Er sei aber "guten Mutes", dass Sportvorstand Hasan Salihamidzic den Kader "qualitativ aufrüstet". Es gebe bereits "Alternativen".

Klopps Wunschspieler Thiago, für den Liverpool 30 Millionen Euro zahlt, könnte aber nicht der einzige sehr schmerzhafte Abgang der Münchner bleiben. Noch immer gibt es bei Abwehrchef David Alaba keine Einigung. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge sprach in der Schlammschlacht nun immerhin ein Machtwort. "Jeder sollte jetzt einmal ruhig sein, solange die Verhandlungen noch laufen", sagte er in Richtung Uli Hoeneß und Alabas Berater-Seite bei "Bild live".

Längst ist bei den Bayern die Triple-Euphorie dem ganz normalen Wahnsinn gewichen. Die ungeklärten Personalfragen - auch Javi Martinez will weg - überschatteten die nur einwöchige Vorbereitung ebenso wie der Fall Kingsley Coman. Der Franzose hatte Kontakt zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person aus seinem Umfeld und befindet sich weiter in häuslicher Quarantäne. Gegen Schalke "ist er nicht dabei", sagte Flick. Dabei sei auch der letzte Test negativ gewesen. "Er hat jetzt schon den dritten oder vierten negativen Test. Ich weiß nicht, ob es da eine 14-tägige Quarantäne braucht."

Angeschlagene Schalker

Bei all den Baustellen war bei den Bayern selbst das Pflichtspieldebüt von Leroy Sané, ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub Schalke, nur eine Randerscheinung. Der Topeinkauf der Münchner dürfte angesichts des Coman-Ausfalls sofort in der Startelf stehen. Sané sei zwar "noch nicht bei 100 Prozent, aber warum sollte er nicht anfangen? In der Nationalmannschaft hat er auch schon gespielt", sagte Flick.

Angeschlagener als Schalke kann ein Münchner Auftaktgegner aber kaum sein. Den letzten Sieg gab’s im Januar. Wegen der Finanznot dürften am Freitag in Torwart Ralf Fährmann, Sebastian Rudy, Nabil Bentaleb und Mark Uth Spieler auflaufen, die schon mal ausgemustert waren. Düstere Aussichten, doch Trainer David Wagner freut sich trotzdem auf "ein cooles Spiel" in München: "Nach sieben Wochen will jeder loslegen. Wenn’s dann Bayern München ist, der Triple-Sieger, die vermeintlich beste Mannschaft der Welt - besser geht es doch nicht."

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