Noch ist nicht entschieden, für welches Land Bayern-Talent Jamal Musiala endgültig auflaufen wird. FOTO: DPA
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Noch ist nicht entschieden, für welches Land Bayern-Talent Jamal Musiala endgültig auflaufen wird. FOTO: DPA

Gerangel um Toptalent

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(jau). Jamal Musiala ist gerade einmal 17 Jahre alt, ein A-Länderspiel hat das Mittelfeld-Talent des FC Bayern München bislang nicht bestritten. Und trotzdem wird hinter den Kulissen schon jetzt darum gepokert, ob Musiala eines Tages für England oder Deutschland spielen wird. Jetzt hat sich mit Serge Gnabry auch ein Bayern-Star in die Diskussion eingemischt.

"Sein Talent ist unbeschreiblich. Nichts kann ihn einschüchtern", meinte Gnabry im Interview mit der "Daily Mail". "Dazu hat er noch viel Zeit, und ich hoffe, dass er sich noch weiterentwickelt und sein ganzes Talent bald für Deutschland einsetzen wird anstatt für England - davon würde dann auch ich profitieren!" Er selbst wolle "sein Bestes tun", um Musiala von einer Entscheidung für den DFB zu überzeugen. "Es gibt keine Chance, dass wir so ein Talent gehen lassen", sagte Gnabry weiter.

Hintergrund der Diskussion: Musiala ist in Stuttgart geboren, weil er einige Jahre in England aufwuchs, hat der Sohn einer deutschen Mutter und eines nigerianischen Vaters auch die englische Staatsbürgerschaft. Und aktuell läuft Musiala auch für den Nachwuchs der Three Lions auf. Nach insgesamt 21 Einsätzen (neun Tore) für die englische U15, U16 und U17 gab der Bayern-Bubi im November sein Debüt für die U21. Beim 5:0 gegen Albanien in der EM-Qualifikation erzielte Musiala auch seinen ersten Treffer.

Kurios: Auch für den DFB lief das Riesen-Talent schon auf, absolvierte in der U16 zwei Freundschaftsspiele. Oliver Bierhoff, Direktor Nationalmannschaften und Akademie, sagte bei Sport1 über Musiala: "Es gab vor einigen Monaten bereits Kontakt zwischen ihm und unseren DFB-Verantwortlichen im Juniorenbereich. Er hat sich momentan dafür entschieden, für die englische U21-Nationalmannschaft zu spielen, was wir natürlich respektieren." Der DFB aber, erklärte Bierhoff, werde den 17-Jährigen im Auge behalten.

Nicht auszuschließen, dass die Verbände bald ernst machen. Im März stehen die nächsten Länderspiele an - und sobald Musiala ein A-Länderspiel für eine Nation bestritten hat, darf er für keine weitere auflaufen. Sicher ist bisher nur, dass Musiala nicht für Nigeria, die Heimat seines Vaters, spielen wird.

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