Uwe Gensheimer führt die deutsche Mannschaft als Kapitän in die WM. FOTO: DPA
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Uwe Gensheimer führt die deutsche Mannschaft als Kapitän in die WM. FOTO: DPA

Gensheimer bleibt Kapitän

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(sid). Die Augen von Andreas Wolff leuchteten. "Ich freue mich wie ein Kind vor Weihnachten", sagte der Torhüter der deutschen Handballer dem Sportinformationsdienst (sid). "Ich will mit dem Team rumhängen, Bälle schmeißen und dann Wettkampfspiele bestreiten. Ich komme in Ekstase, wenn ich daran denke, wieder mit den Jungs zu spielen." Und auch Bundestrainer Alfred Gislason versprühte zum Start der heißen Phase der WM-Vorbereitung große Lust und Zuversicht.

"Ich hätte mir das sicherlich alles anders gewünscht, aber ich bin sehr neugierig", sagte der DHB-Coach im SID-Interview: "Ich liebe diesen kreativen Beruf seit jeher, und ich bin sehr gespannt, was mit dieser Mannschaft möglich ist."

Besonders eilig hatten es am Sonntag die DHB-Novizen Sebastian Firnhaber und Antonio Metzner, die als erste im vornehmen Crowne Plaza Hotel in Neuss eincheckten. Moritz Preuss, einer von insgesamt fünf Turnier-Debütanten, wurde von seiner Mutter gebracht.

"Die Jungs sind alle unglaublich heiß", berichtete DHB-Sportvorstand Axel Kromer vor dem obligatorischen Coronatest, nach dem es erstmal für vier Stunden auf die Einzelzimmer in Quarantäne ging. Spätestens da waren die neun Turnier-Absagen endgültig abgehakt - der Blick bei Gislason und seinen 20 WM-Fahrern geht ab jetzt nur noch nach vorn.

"Wenn Leute keine Lust oder irgendwelche Bedenken haben, ist es besser, wenn sie zu Hause bleiben", sagte Wolff, einer von fünf verbliebenen 2016-Europameistern: "Dann spiele ich lieber mit jungen, wilden Spielern, die richtig Bock auf das Turnier haben. Aus einer solchen Stimmung heraus kann man vom Underdog zum Titelaspiranten werden."

Viel Zeit für eine solche Metamorphose bleibt nicht. Bis zum Abflug nach Ägypten am 12. Januar stehen nur noch sieben Trainingstage plus zwei Spiele in der EM-Qualifikation gegen Österreich (6. und 10. Januar) auf dem Programm. "Ich nehme die Challenge an. Zu den großen Favoriten gehören wir sicherlich nicht, aber wer weiß, was mit dieser Mannschaft geht", sagte Gislason.

Gleich zu Beginn seiner kniffeligen Mission, dem nach eigenem Bekunden schwersten Job seiner inzwischen 30-jährigen Trainerkarriere, schuf der Isländer Fakten: Uwe Gensheimer wird das Team auch beim Turnier in Ägypten (13. bis 31. Januar) als Kapitän anführen, Wolff geht als erster von den drei Torhütern in das Turnier.

"Die Leistung zählt immer, das ist klar. Generell ist Andi Wolff aber die ›1A‹-Lösung, gefolgt von Jogi Bitter als ›1B‹ und Silvio Heinevetter als ›1C‹", stellte Gislason klar. Ihm ist bewusst, dass sein Trio durch die WM-Absagen der drei besten Abwehrspieler noch mehr gefordert ist. "Sie sind alle drei mental so stark, dass sie fast im Alleingang die Spiele gewinnen können", erklärt Gislason, der hofft, "dass die drei sehr gut miteinander funktionieren und ein Team im Team bilden werden".

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