Gemischte Gefühle

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(sid). Rudi Völler formulierte das Ziel für Bayer Leverkusen vor dem Auftakt in die Europa League ganz deutlich, bei Sebastian Hoeneß hingegen mischte sich unter die Vorfreude auf seine Europapokal-Premiere auch etwas Enttäuschung. "Der Anspruch ist auf jeden Fall, in die K.-o.-Runde einzuziehen. Das ist ganz klar", sagte Leverkusens Sport-Geschäftsführer Völler bei Sky Sport News. Hoeneß machte derweil keinen Hehl daraus, dass er mit der TSG Hoffenheim "gerne einen ganz Großen in der Gruppe gehabt hätte".

Leverkusen startet am Donnerstag gegen OGC Nizza (18.55 Uhr/DAZN) mit dem früheren Welt- und Europameister Patrick Vieira als Trainer in den "kleinen Europapokal". "Es ist wirklich eine gute Mannschaft. Es macht Spaß anzuschauen, wie die Fußball spielen. In Frankreich gibt es einige Mannschaften, die sehr gut spielen, und Nizza ist eine davon", sagte Bayer-Coach Peter Bosz.

Neben Nizza trifft Bayer in der Gruppe C auf den tschechischen Meister Slavia Prag und den israelischen Pokalsieger Hapoel Beer Sheva. "Es ist eine anspruchsvolle Gruppe", befand Völler: "Wie immer hast du auch einen Außenseiter mit den Freunden aus Israel." Aber die anderen Gegner, müsse man erst mal schlagen, so der 60-Jährige.

Die Mission Europa League beginnt für Bayer jedoch mit einem mäßigen Bundesliga-Auftakt im Rücken. Deswegen zog Sportdirektor Simon Rolfes nach sechs Punkten aus vier Spielen auch eine eher durchwachsene Zwischenbilanz vor dem Europapokal-Start. "Wir haben ein bisschen schwer in die Saison reingefunden, was mit dem Sommer ohne Vorbereitung nicht ganz überraschend war. Zudem der Abgang von Kai Havertz, der einfach ein absoluter Schlüsselspieler war", sagte der ehemalige Nationalspieler.

Kramaric fehlt gegen Belgrad

Als erste Hürde auf dem Weg zu attraktiveren Gegnern reist am Donnerstag (21 Uhr/Nitro und DAZN) zunächst Roter Stern Belgrad ins Kraichgau nach Sinsheim. Als "große Mannschaft" bezeichnete Europa-Neuling Hoeneß die Serben dennoch, "weil sie auf richtig Tradition zurückblicken können. Es kommt ein dickes Brett auf uns zu, das wir bohren müssen." Und sowieso fiebert der Klub der dritten Europapokal-Saison der Vereinsgeschichte entgegen. Zuschauer dürfen jedoch nicht dabei sein. Dazukommt der "Ärger" über die vermeintlich unattraktive Gruppe L, in der auch KAA Gent und Slovan Liberec warten. Und dennoch versicherte Hoeneß: "Jetzt wollen wir den Wettbewerb mit Volldampf angehen." Erfolge auf der europäischen Bühne helfen auch ihm persönlich. Schließlich möchte er aus dem Schatten seines Vaters Dieter und seines Onkels Uli treten.

Nur zu gerne hätte Hoeneß dafür schon gegen Belgrad Torjäger Andrej Kramaric an Bord. "Er ist in der Lage, den Unterschied zu machen", sagte er. Der Kroate fehlt allerdings weiter aufgrund seiner Corona-Infektion - ebenso wie Kasim Adams und Pavel Kaderabek, der Kontakt zu einem positiven Fall im familiären Umfeld hatte.

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