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Diese Karte geht in die Geschichte ein: Schiedsrichter Tobias Welz zeigt Paderborns Trainer Steffen Baumgart Gelb. (dpa)

Gelbe Karten und Handspiele

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(sid). Steffen Baumgart zeigte Körpereinsatz. Der Trainer des SC Paderborn schimpfte wie ein Rohrspatz, ging in die Knie und knallte seine Mütze auf den Rasen. "Wir wollen mit Emotionen da sein", erläuterte Baumgart später seinen Ausbruch, für den er als erster Coach der Bundesliga-Geschichte die Gelbe Karte (45.) sah: "So werden die Emotionen weggenommen."

Die wenig ruhmreiche Premiere konnte Baumgart zwar nachvollziehen, ohne Grund war er wiederum auch nicht aus der Haut gefahren. "Ich äußere mich selten zu Schiedsrichtern, aber heute war es scheiße", sagte Baumgart am Sky-Mikrofon und echauffierte sich zudem darüber, dass eine Diskussion mit dem Unparteiischen immer schwieriger wird: "Langsam werden wir schwachsinnig." Baumgart sprach nach dem 1:3 (1:2) seiner Ostwestfalen gegen den SC Freiburg dabei nur das aus, was einige seiner Kollegen denken. Sie sehen sich durch die Einführung möglicher Sanktionen in ihrem Schaffen eingeengt, fürchten die Folgen einer zu kleinkarierten Regelauslegung.

"Wenn man das nicht mal mehr machen darf", monierte der am Samstag ebenfalls wegen Reklamierens in der 88. Minute verwarnte Friedhelm Funkel (Fortuna Düsseldorf), "dann wird es schwer, 15 Spiele an der Linie zu stehen". Nach vier Gelben Karten werden die Trainer für ein Spiel gesperrt.

Unterirdisch schlecht ist nach Auffassung der meisten Spieler und Trainer bereits die Auslegung der viel gescholtenen Handspielregel. Mal wird direkt gepfiffen, die nächste Szene bleibt unbestraft und in manchen Fällen schaltet sich nicht einmal der Videoassistent ein. "Das Regelwerk, so wie es verändert wurde, ist eine Sache, die den Fußball wieder verschlechtert", sagte Bremens Stürmer Niclas Füllkrug. Dabei war sein Handspiel in Hoffenheim (2:3) - zumindest der Richtlinien nach - am einfachsten zu ahnden. Füllkrug erzielte ein Tor, berührte den Ball zuvor aber mit der Hand, laut Regeln ein klarer Verstoß. Das war offensichtlich auch das Handspiel von Bayern Münchens Ivan Perisic, weil er nach einem Freistoß von Schalke 04 die Hand absichtlich zum Ball führte und zudem die Körperfläche vergrößerte. "Ein ganz klarer Elfmeter", sagte Schalkes Trainer David Wagner. Am Sonntag sagte Schiedsrichter-Chef Lutz Michael Fröhlich im Doppelpass bei Sport1 dazu, dass "die beste Lösung" gewesen wäre, wenn sich der Unparteiische Marco Fritz "die Szene noch einmal angeschaut hätte". Dafür hätte er aber auch den richtige Anweisung seines Videoassistenten benötigt.

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