+
Ob Tour-de-France-Titelverteidiger Egan Arley Bernal Gomez (vorne) und seine Kollegen in Frankreich starten werden, ist noch unklar. FOTO: DPA

Giganten wackeln

"Geister-Tour" im Gespräch

  • schließen

(sid). Die Tour de France wehrt sich trotz der dramatischen Corona-Krise gegen eine Absage. Das Radsport-Spektakel ist neben nun deutlich wackelnden Tennis-Mekka von Wimbledon der letzte Gigant, der sich gegen eine Verlegung sträubt - auch weil die finanziellen Schäden immens wären.

Die Tour de France könnte aber als "Geister-Tour" abgehalten werden - also ohne Zuschauer. Dies meint zumindest die französische Sportministerin Roxana Maracineanu im Sender "France Bleu radio". "Alles ist vorstellbar", sagte die frühere Schwimm-Weltmeisterin. Zuschauerausschlüsse habe es schon bei anderen Wettbewerben gegeben, "auf die Tour hätte es aber nicht die gleichen Auswirkungen, da deren Geschäftsmodell anders als beim Fußball oder Rugby nicht von Ticketverkäufen abhängt", sagte die 44-Jährige: "Letztendlich wäre es nicht schlecht, weil man immer noch im TV zuschauen könnte." Die Tour soll am 27. Juni in Nizza beginnen, bis zum 19. Juli werden zehn Millionen Zuschauer erwartet. Ob unter diesen Bedingungen ein Rennen ohne Zuschauer überhaupt machbar ist, scheint fraglich, der Aufwand an Sicherheitskräften wäre gigantisch.

Wie bei der Tour läuft für Wimbledon der Entscheidungs-Countdown unerbittlich. In der kommenden Woche soll bei einer Dringlichkeitssitzung des Veranstalters nun eine Entscheidung über das prestigeträchtigste Tennisturnier der Welt (ab 29. Juni) fallen. Eine Absage für dieses Jahr deutet sich an.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare