Karl Geiger belegt beim Weltcup in Titisee-Neustadt die Plätze fünf und zwölf, baut aber die Weltcup-Gesamtführung aus. FOTO: DPA
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Karl Geiger belegt beim Weltcup in Titisee-Neustadt die Plätze fünf und zwölf, baut aber die Weltcup-Gesamtführung aus. FOTO: DPA

Geigers wilde Berg- und Talfahrt

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(sid). Karl Geiger pustete erleichtert durch, dann winkte der alte und neue Weltcup-Spitzenreiter lächelnd seinen Fans: Der Skisprung-Star hat in Titisee-Neustadt nach einer wilden Berg- und Talfahrt der Gefühle sein Gelbes Trikot erfolgreich verteidigt.

Am Sonntag flog der leicht angeschlagene Oberstdorfer mit seinen besten Flügen des Wochenendes auf Platz fünf und zeigte nach den harten Tagen rund um die Vierschanzentournee große Moral. Im Auslauf freute sich Geiger zudem herzlich mit Kumpel Stephan Leyhe, der als Vierter beim erneuten Sieg des polnischen Tourneechampions Dawid Kubacki sein bestes Saisonresultat einfuhr.

"Ich bin hier Tag zu Tag besser geworden. Das nehme ich mit und das stimmt mich zufrieden", sagte Geiger der mit der tückischen Hochfirstschanze drei Tage lang seine liebe Mühe hatte, aber nach Platz zwölf am Samstag am Sonntag in einem spektakulären Windspringen eine starke Reaktion zeigte. 9500 Zuschauer im Schwarzwald feierten "ihren Karle" dafür.

"Er kann ja nicht immer gewinnen", sagte ein sichtlich angetaner Bundestrainer Stefan Horngacher: "Karl hatte anfangs Schwierigkeiten mit der Schanze, aber der Abschluss war sehr positiv." Dennoch hatten die knüppelharten Wochen rund um die Tournee Spuren hinterlassen. Vor allem der Kraftakt der Vorwoche mit dem grandiosen Doppelsieg in Predazzo hatte Geiger Kraft gekostet. Die Reizung in den Beinen, die er sich dort zugezogen hatte, sei aber kein Problem gewesen: "Das passt schon."

Die beiden Deutschen boten den Fans am Sonntag auch ohne Podestplatz die erhoffte Show. Geiger flog von der riesigen Naturschanze auf 137,5 und 134,0 m (266,2 Punkte). In der Weltcup-Wertung baute Geiger seine Führung auf den Österreicher Stefan Kraft sogar noch aus - der Ex-Weltmeister fiel im zweiten Durchgang auf Platz elf zurück.

Dem Wahl-Schwarzwälder Leyhe gelang mit einem 140,5-m-Flug im zweiten Durchgang noch der Sprung von Platz 14 weit nach vorne. Constantin Schmid (Oberaudorf), am Samstag gemeinsam mit Leyhe Fünfter, kam auf Rang neun. "Drei Leute unter den Top 10, zwei knapp am Podest vorbei - wir können wirklich zufrieden sein", meinte Horngacher.

Kubacki, am Samstag der überlegene Sieger, sprang auf 143,0 sowie 133,5 m und setzte sich mit 283,3 Punkten hauchdünn vor dem Japaner Ryoyu Kobayashi (283,0) durch, dem im ersten Durchgang bei noch besseren Windverhältnissen mit 147,0 m der weiteste Sprung des Tages gelang. Kobayashi sicherte sich aufgrund des großen Punktvorsprungs aus der Qualifikation die erstmals ausgetragene "Titisee-Neustadt 5"-Wertung, die alle Sprünge von der Qualifikation am Freitag an umfasste und kassierte dafür 25 000 Euro - und rund 8000 Euro mehr als Kubacki bei seinem Tourneesieg.

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