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Goldener Abschluss für das Skisprung-Team mit (v. l.) Pius Paschke, Markus Eisenbichler, Severin Freund und Karl Geiger, der damit seine vierte Medaille bei der WM in Oberstdorf gewinnt.

Geiger sichert das Team-Gold

Gold für das Skisprung-Team, Bronze für das Kombinierer-Duo Frenzel/Rydzek: Dank eines starken Endspurts fiel die deutsche WM-Bilanz in Oberstdorf ordentlich aus. Der »Super-Samstag« peppt die WM-Bilanz auf.

Karl Geiger führte das Skisprung-Team in einem Herzschlagfinale zum ersehnten Gold, Kombinierer Eric Frenzel rettete mit einem Fabelfinish Bronze im Teamsprint: Mit einem Super-Samstag hat die deutsche Mannschaft am letzten Wochenende der Heim-WM in Oberstdorf ihre Bilanz aufpoliert. Das zweite Gold sowie die Medaillen fünf und sechs sorgten für allgemeines Aufatmen, einzig die Skilangläufer gingen wie erwartet leer aus.

»Wir haben gewusst, dass es eng wird. Aber dass es zu Gold reicht, ist unfassbar«, sagte Geiger nach dem perfekten Ende einer für ihn traumhaften Heim-WM. Nach acht Sprüngen lagen der jetzt viermalige Medaillengewinner, Markus Eisenbichler, Severin Freund und Pius Paschke am Samstagabend mit 1046,6 Punkten denkbar knapp vor dem alten Rivalen Österreich (1035,5) und holten wie schon vor zwei Jahren in Innsbruck den Titel.

»Ich bin wahnsinnig stolz«, sagte Bundestrainer Stefan Horngacher, der 2017 schon Polen zu Gold geführt hatte. Sein ehemaliges Team lag diesmal bis kurz vor Schluss vorne, musste sich aber mit 1031,2 Punkten und Bronze begnügen.

»Das war ein Wahnsinnsfinale«, sagte Horngacher. Es war Schlussspringer Geiger, der mit dem letzten Flug seiner traumhaft verlaufenen WM auf 136,0 m das deutsche Team noch von Rang zwei zu Gold führte. Zum insgesamt vierten Mal nach 1999, 2001 und 2019 ging der Titel nach Deutschland.

Für Lokalmatador Geiger, der zuvor schon Gold im Mixed, Silber von der kleinen und Bronze von der großen Schanze geholt hatte, war es beim vierten Start die vierte Medaille. Erstmals seit 2001 in Lahti standen die deutschen Skispringer somit in jedem WM-Wettkampf auf dem Podest.

Die Kombinierer hatten zuvor erst einmal zur großen Aufholjagd blasen müssen, ehe der nicht mehr für mögliche gehaltene dritte Platz für große Freude sorgte. »Bronze fühlt sich heute an wie eine Goldmedaille«, verkündete Frenzels Teamsprint-Kollege Fabian Rießle nach dem versöhnlichen Abschluss insgesamt doch unbefriedigender Oberstdorfer Titelkämpfe.

»Ich bin sehr, sehr glücklich, dass wir die Medaille noch geholt haben«, sagte Frenzel, der die Aufholjagd der beiden Titelverteidiger zum Happy End führte und mit einem famosen Zielsprint gegen den Japaner Akito Watabe seine 17. WM-Medaille gewann: »Wir hatten sehr großen Rückstand nach dem Springen, das hatten wir uns anders erhofft.«

Letztlich mussten sich die beiden deutschen Routiniers nur den Österreichern Johannes Lamparter/Lukas Greiderer und den Norwegern Jarl Magnus Riiber/Espen Andersen geschlagen geben.

Das deutsche Skilanglauf-Team ging derweil in den finalen »Marathon«-Rennen wie erwartet leer aus. Allerdings sorgte die Oberstdorferin Laura Gimmler als Zehnte im ersten 30-km-Rennen ihrer Karriere für einen Fingerzeig. Bei den Männern erzielte Jonas Dobler über 50 km auf Rang 18 das beste Einzel-Ergebnis der Heim-WM.

Ihren vierten WM-Titel im Allgäu holte die Norwegerin Therese Johaug über 30 km klassisch mit dem größten Vorsprung der WM-Geschichte. Bei den Männern blieb Johannes Hösflot Kläbo der vierte Titel dagegen verwehrt. Der 24-Jährige wurde eine Stunde nach dem Zieleinlauf über 50 km klassisch disqualifiziert, weil er eingangs der Zielgerade dem Russen Alexander Bolschunow die Vorfahrt genommen hatte. Zum Weltmeister wurde der zunächst zweitplatzierte Norweger Emil Iversen erklärt.

Bronze für die Kombinierer im Team-Sprint: Fabian Rießle (r.) empfängt Eric Frenzel, der sich im Zielsprint gegen den Japaner Akito Watabe (verdeckt) durchsetzt.

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