Schalkes Trainer David Wagner wirkt zunehmend ratlos. FOTO: DPA
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Schalkes Trainer David Wagner wirkt zunehmend ratlos. FOTO: DPA

Gehaltsobergrenze als Sparmaßnahme

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(sid). Das ersehnte Ende einer beispiellos schlechten Rückrunde beschert Schalke 04 keine Ruhe. Der dramatische sportliche Absturz, die Diskussionen um Clemens Tönnies, die wirtschaftliche Schieflage - all das summierte sich in den vergangenen Monaten zu einem desaströsen Bild. Doch nun soll ein Bundesliga-Novum bei der Rückkehr in die Normalität helfen.

Als erster Klub im deutschen Oberhaus führen die Königsblauen eine Gehaltsobergrenze ein. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" will der hoch verschuldete Klub keine neuen Verträge mehr abschließen, in denen eine Marke von rund 2,5 Millionen Euro Jahresgehalt überschritten wird. Spieler, die mehr Geld verlangten, werde man nicht mehr engagieren, darauf haben sich laut "SZ" die Klubverantwortlichen verbindlich verständigt.

Es wäre ein bisher einmaliger Reformbeschluss, der in der Liga durchaus für Aufsehen sorgen dürfte. Zwar hält Uli Hoeneß Diskussionen um allgemeine Gehaltsobergrenzen für "scheinheilig", wie der Bayern-Ehrenpräsident am Sonntag im BR sagte: "Das kannst du vergessen, weil das überhaupt nicht durchführbar ist." Doch das Thema "Salary Cap" schwelt schon länger, es ist populär in Zeiten der Krise. Die Gehälter der Spieler machen für die Klubs einen Großteil der Ausgaben aus. In der Spielzeit 2018/19 gaben die 18 Bundesligisten laut Wirtschaftsreport der Deutschen Fußball-Liga (DFL) insgesamt 1,43 Milliarden Euro für Spieler und Trainerstäbe aus. Auch DFB-Präsident Fritz Keller forderte daher schon vor wenigen Wochen: "Wir müssen über Gehaltsobergrenzen reden." Doch eine allgemeine Deckelung ist derzeit kaum durchsetzbar. Dazu bräuchte es eine gemeinsame europäische Lösung. Dass Schalke sich selbst beschränkt, ist auf die angespannte wirtschaftliche Situation zurückzuführen.

Schon vor der Corona-Krise standen nach dem Geschäftsjahr 2019 Verbindlichkeiten in Höhe von 197 Millionen Euro zu Buche. Nach der peinlichen Rückrunde mit 16 Spielen in Folge ohne Sieg verpasste S04 zum dritten Mal in vier Jahren das europäische Geschäft. Auch Notverkäufe sollen kein Tabuthema sein. Geld würden vor allem Verteidiger Ozan Kabak oder die Mittelfeldspieler Suat Serdar und Weston McKennie bringen.

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