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Frankfurts 1:1-Torschütze Daichi Kamada (r.) dreht jubelnd ab, Leipzigs Torwart Peter Gulacsi ist geschlagen.

Gegen Topteams auf Augenhöhe

(dpa). Dortmund, Wolfsburg, Gladbach, Leverkusen! Eigentlich müsste das extrem anspruchsvolle Restprogramm Eintracht Frankfurt um die ersehnte Champions-League-Premiere zittern lassen. Doch das Team von Adi Hütter läuft in der Rückrunde genau gegen diese Spitzenteams zur Höchstform auf und punktet erstaunlich zuverlässig. Das ertrotzte 1:1 bei Titelanwärter RB Leipzig war trotz durchwachsener Leistung der nächste Beweis für die Stärke gegen Topteams als besonderer Trumpf im Saisonendspurt.

»Wir haben gegen eine Topmannschaft, einen Titelanwärter gepunktet. Das ist sehr gut«, sagte Hütter nach dem Duell am Sonntag, bei dem die SGE dank eines Treffers von Daichi Kamada noch den 0:1-Rückstand durch Leipzigs Emil Forsberg ausglich. »Ich kann mit dem Punkt sehr gut leben und nehme ihn gerne mit«, fügte der 51 Jahre alte Österreicher zufrieden an. Dass Frankfurt seit drei Ligaspielen sieglos ist, geriet angesichts der starken Moral zur Nebensache.

Nach dem Heimspiel gegen Union Berlin am Samstag (15.30 Uhr/Sky) und der folgenden Länderspielpause wird der April zum Monat der Wahrheit, wo der Eintracht-Weg im Sommer 2021 hinführt. Zum allerersten Mal Königsklasse? Doch nur Europa oder Conference League? Oder am Ende gar nichts? Nach den Spielen beim BVB (3. April), gegen Wolfsburg (10. April), in Gladbach, gegen Augsburg und in Leverkusen dürfte die Richtung einigermaßen klar sein.

Das respektable Ergebnis beim sächsischen Spitzenclub soll dafür den entsprechenden Rückenwind bescheren. »Die Rückkehr der Mannschaft war sensationell. Mit etwas mehr Glück können wir sogar drei Punkte holen. Auswärts in Leipzig nehmen wir diesen Punkt sehr gerne mit«, sagte Mittelfeldspieler Djibril Sow, der zur absoluten Stammbesetzung des Teams gehört.

Was auffällt: Die Offensive um den portugiesischen Torgarant André Silva und Flügelspieler Filip Kostic spielt in den vergangenen Wochen nicht mehr auf dem allerhöchsten Niveau vom Jahresanfang. In Bremen (1:2) und gegen Stuttgart (1:1) gab es jeweils nur einen Treffer, in Leipzig lange Zeit überhaupt keine Torchancen.

Chefcoach Hütter versucht derweil, in einer schwierigen Gesamtlage den Fokus auf das Sportliche zu richten. Sportdirektor Bruno Hübner geht definitiv im Sommer, Sportvorstand Fredi Bobic liebäugelt trotz seines Vertrages bis 2023 mit einem vorzeitigen Abschied. Beide Funktionäre fasziniert die besondere Champions-League-Aussicht mit möglichen Gegnern wie Barcelona oder Manchester City nicht so sehr, dass sie am Main noch ein Jahr dranhängen. Vor allem Dortmund (42) und Leverkusen (40) sind aktuell hinter der Eintracht, die nach dem Remis in Leipzig 44 Zähler auf dem Konto hat, her.

Unterdessen droht Verteidiger Martin Hinteregger auch in der nächsten Bundesliga-Partie auszufallen. Der 28 Jahre alte Österreicher hat mit einer leichten Zerrung der Faszie des linken Oberschenkels zu kämpfen, wie die Eintracht am Montag mitteilte. Hinteregger hatte deshalb das Topspiel bei RB Leipzig verpasst. »Ob er in den nächsten Tagen ins Mannschaftstraining zurückkehren kann, ist vom weiteren Heilungsverlauf abhängig«, schrieben die Hessen auf Twitter.

Zudem wurde das für nächste Woche am Donnerstag geplante Testspiel zwischen Frankfurt und Drittligist SV Wehen Wiesbaden abgesagt. Grund ist die Personalsituation bei der Eintracht, der neben den abzustellenden Nationalspielern »auch weitere angeschlagene Akteure nicht zur Verfügung stehen«.

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