#blacklivesmatter" FOTO: DPA
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#blacklivesmatter" FOTO: DPA

Rot gegen Rassismus

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(sid). Die Spieler von Borussia Dortmund und Hertha BSC gingen schon vor dem Anpfiff gemeinsam in die Knie, der Mainzer Pierre Kunde Malong sendete ein Zeichen beim Torjubel und die Stars von Bayern München trugen ihr Statement auf der Brust: "Rot gegen Rassismus" und "#blacklivesmatter", war auf den Aufwärmshirts zu lesen.

Am 30. Spieltag der Fußball-Bundesliga ging es längst nicht nur um Tore, Punkte und Siege - nein, die Teams nutzten die große Bühne, um sich nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd klar gegen Rassismus und Fremdenhass zu positionieren.

"Die Botschaft gibt es ja permanent von uns Spielern. Wir sind tolerant, wir sind offen, wir sind weltoffen", sagte Bayerns Kapitän Manuel Neuer: "Wir sehen keinen Zwischenraum, um da Platz zu lassen. Das haben wir ganz klar dokumentiert." Neuers Teamkollege Serge Gnabry lief mit einer schwarzen Binde mit der Aufschrift "BLACK LIVES MATTER" auf, Düsseldorfs Alfredo Morales sank bei seiner Einwechslung in die Knie, Roman Bürki und Jadon Sancho von Borussia Dortmund sowie die gesamte Mannschaft von Werder Bremen ("Klare Kante gegen Rassismus") trugen beim Aufwärmen Shirts mit klaren politischen Statements. "Wir verurteilen Rassismus jeglicher Art", hatte BVB-Torhüter Bürki bereits unter der Woche bei Instagram geschrieben und für eine "offene und tolerante, eine bessere Welt" geworben.

"Das ist eine Haltung und das sind Werte, die wir haben. In den letzten Tagen hast du viele Spieler und Verantwortliche gesehen, die sich dazu geäußert haben. Da gibt es für mich keine andere Haltung", sagte der Mainzer Sportvorstand Rouven Schröder über Kunde Malong, der seinen Treffer zum 2:0 bei Eintracht Frankfurt per Kniefall bejubelt hatte. Am Sonntag gingen die Spieler von Werder Bremen und VfL Wolfsburg gemeinsam in die Knie.

Am vergangenen Spieltag hatten die Bundesligaprofis Weston McKennie (Schalke 04), Sancho sowie Achraf Hakimi (beide Borussia Dortmund), Anthony Modeste (1. FC Köln) und Marcus Thuram (Borussia Mönchengladbach) mit verschiedenen Aktionen auf dem Platz ein Zeichen nach Floyds Tod gesetzt. Der 46-Jährige war bei einem brutalen Polizeieinsatz in den USA ums Leben gekommen, was weltweit für Entsetzen und Proteste sorgte.

Obwohl politische Statements auf dem Platz nicht erlaubt sind, verzichtete der Deutsche Fußball-Bund (DFB) schon in der Vorwoche darauf, Spieler zu bestrafen. Vielmehr zeigte DFB-Präsident Fritz Keller "Respekt und Verständnis für die Aktionen der Spieler". Zudem kündigte der Verband, der mit verschiedenen Aktionen immer wieder für Weltoffenheit und Toleranz wirbt, an, auch weitere Aktionen dieser Art nicht zu sanktionieren.

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