Das darf doch nicht wahr sein: Mönchengladbachs Christoph Kramer verlässt nach dem 2:2-Unentschieden gegen Real Madrid enttäuscht den Platz. FOTO: DPA
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Das darf doch nicht wahr sein: Mönchengladbachs Christoph Kramer verlässt nach dem 2:2-Unentschieden gegen Real Madrid enttäuscht den Platz. FOTO: DPA

Gefühlte Niederlage

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Stolz auf die Leistung, enttäuscht über den verspielten Sieg: Borussia Mönchengladbach ist nach dem 2:2-Unentschieden gegen Real Madrid im Gefühlschaos.

Als Marco Rose den Borussia-Park um kurz nach Mitternacht verließ, schwankte seine Gefühlswelt zwischen Enttäuschung und Stolz. "Am Ende ist das maximal bitter. Aber ich mache den Jungs keinen Vorwurf. Es sind tolle Jungs, sie haben einen guten Charakter", sagte der Trainer von Borussia Mönchengladbach nach einem magischen Europacupabend ohne Happy End.

Mit gnadenloser Effektivität, großer Leidenschaft und dem Killerinstinkt von Doppel-Torschütze Marcus Thuram (33., 58.) hatten die Gladbacher die Weltauswahl von Real Madrid beim 2:2 (1:0) "wirklich in der Schlinge", wie es Torhüter Yann Sommer formulierte. Nach dem späten Schock durch die Treffer von Karim Benzema (87.) und Casemiro (90.+3) sanken die Borussen-Spieler aber zu Boden und mussten getröstet werden. "Es ist nun wichtig, dass wir positive Dinge daraus ziehen und Energie mitnehmen", sagte Rose.

Besonders ärgerlich: Auch zum Königsklassen-Auftakt hatte der fünfmalige deutsche Meister beim 2:2 bei Inter Mailand durch ein ganz spätes Gegentor zwei wertvolle Zähler liegen gelassen. "Wir hätten sechs oder vier Punkte haben können. Darüber darf man nicht so sehr nachdenken, dann wird es ganz bitter", sagte Rose. Zu lange wollten sich die Gladbacher mit ihrer "Führungsschwäche" aber nicht beschäftigen, auch wenn es sich für Rio-Weltmeister Christoph Kramer wie "eine Niederlage anfühlte". Rose freute sich über den "geschlossenen und guten Auftritt". Und auch Sportdirektor Max Eberl war angetan von der Leistung. "Ich glaube schon, dass wir Real Madrid unangenehm in Erinnerung bleiben. Als eine Mannschaft, die sie eigentlich schlagen müssen, aber die sie nicht schlagen konnten", sagte Eberl.

In die beiden anstehenden Duelle gegen Gruppen-Spitzenreiter Schachtjor Donezk (vier Punkte) können die Fohlen jedenfalls mit viel Selbstvertrauen gehen. "Die Gruppe ist eng. Das wollen wir so lange wie möglich so belassen", sagte Rose, dessen Team gegen den ukrainischen Meister punkten muss, um seine Achtelfinal-Chance zu wahren.

Dafür forderte Thuram Konzentration bis zum Abpfiff ein. In der Schlussphase war der Druck der Königlichen immer größer geworden und die Gladbacher ließen sich mit fast allen Spielern in und an den eigenen Strafraum drängen. "Wir haben gegen eine große Mannschaft gespielt und wir wissen, dass große Teams niemals vor dem Ende aufhören zu spielen", sagte Thuram und fügte mit Blick auf die bevorstehenden Aufgaben an: "Ich hoffe, dass wir aus unseren Fehlern lernen und uns in den nächsten Spielen verbessern."

Das Ziel, international auch im nächsten Jahr noch dabei zu sein, bleibt bestehen. Dafür müsse man aber "die Ergebnisse, die wir uns erarbeiten, auch bis zum Ende durchbringen", sagte Eberl und verließ den Borussia-Park ebenfalls mit gemischten Gefühlen.

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