Aus dem Gefängnis in den Wettkampf

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(sid). Für Maren Hammerschmidt fühlt sich das Hotelzimmer in Kontiolahti wie "ein kleines Gefängnis" an, Erik Lesser wird es dagegen auch nach dem aufregenden Saisonstart nicht langweilig. "Es gibt ja Netflix, ständige Live-Übertragungen von Sportereignissen, das Facetimen mit der Familie zu Hause oder den Pro Cycling Manager", sagte der Skijäger mit einem Lächeln: "Den einmal kurz anmachen - und schon sind wieder zwei Stunden rum."

Hin und wieder müssen die deutschen Biathleten zu den Coronatests, diese machen dem Routinier mehr Sorgen. Denn im schlimmsten Fall könnte es dann einen längeren "Gefängnisaufenthalt" geben. "Vor Corona selbst habe ich nicht so Angst", sagte der 32-Jährige: "Ich habe eher Angst vor den Konsequenzen. Falls ich am Sonntag positiv getestet werde, dann bin ich hier zwei Wochen im Hotelzimmer eingesperrt. Ich wüsste nicht, ob ich das überlebe."

Willkommene Abwechslung bieten da die Wettkämpfe. Heute (13.30 Uhr) steht ein Sprint auf dem Programm, am Samstag (13.20 Uhr) die Verfolgung und am Sonntag der Staffel-Wettbewerb (12.45 Uhr/alle ARD). Da will Lesser den unverhofft guten Saisonstart bestätigen. Am Wochenende hatte er sich mit Platz drei im Einzel eindrucksvoll im Weltcup zurückgemeldet - nachdem er zuvor noch ins interne Ausscheidungsrennen gemusst hatte. Das sei einfach "ein verrücktes Sportjahr".

Dazu gehört eben auch die Abschottung in den Hotels, die Maren Hammerschmidt etwas mehr zusetzt. "Ich hatte in den letzten Tagen ein kleines Tief, weil wir eigentlich nichts machen können", sagte die 31-Jährige. Der Weltverband erledige selbst die Einkäufe. "Manchmal ist das Hotel schon ein kleines Gefängnis", beklagte Hammerschmidt. Nichtsdestotrotz: Auch sie will bei Sprint (heute, 16.30 Uhr), Staffel (Samstag, 15.15 Uhr) und Verfolgung (Sonntag, 15.15 Uhr) ihren starken Weltcup-Auftakt mit den Plätzen neun und zwölf bestätigen.

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