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Die deutschen Springreiter um David Will aus Dagobertshausen gewinnen bei der Heim-EM in Riesenbeck Silber.

Ganz knapp Gold verpasst

Nach dem Debakel bei den Olympischen Spielen in Tokio dürfen die deutschen Springreiter bei der EM im eigenen Land eine Medaille bejubeln. Im Einzel am Sonntag ist weiteres Edelmetall möglich.

Der Ärger über das verpasste Gold war schnell verflogen. Die deutschen Springreiter feierten bei der Heim-Europameisterschaft im westfälischen Riesenbeck Silber - und verpassten Gold nur ganz knapp. »Noch überwiegt die Enttäuschung«, sagte Bundestrainer Otto Becker in seiner ersten Reaktion. »Wir waren ganz, ganz nah dran.«

Nach dem Debakel bei den Olympischen Spielen in Tokio mit dem vorletzten Platz im Finale überwog später am Freitag die Freude. Das mit drei EM-Neulingen und Routinier Marcus Ehning gestartete Team lag nach insgesamt drei Runden an drei Tagen nur hinter der Schweiz. Bester einheimischer Reiter vor dem Einzel-Finale am Sonntag ist André Thieme aus Plau am See, der mit Chakaria Zweiter ist. Erster ist Titelverteidiger Martin Fuchs aus der Schweiz mit Leone Jei.

Startreiter Thieme riss schon nach seiner famosen Runde eine Faust in die Luft. Der 46-Jährige aus Plau am See blieb mit seiner Chakaria wie am Vortag fehlerfrei und sorgte so für eine gute Ausgangsposition. »Ich habe Chakaria schon abgeknutscht«, sagte Thieme kurz danach. »Es war Extra-Druck da«, gab der Reiter zu, der bei den Spielen in Tokio einen enttäuschenden Auftritt gezeigt hatte und in den Tagen von Riesenbeck bewies, dass er mit seiner Stute ein Weltklasse-Paar sein kann. »Ich wollte hier zeigen, dass mein Pferd zu Recht dabei ist«, erklärte er seine Motivation für die EM im eigenen Land. Er sei »jetzt schon riesig erleichtert«, sagte der erste Reiter des Gastgeber-Teams, der nun auch im Einzel ein Medaillen-Kandidat ist.

Noch mehr unter Druck als Thieme stand Marcus Ehning. Denn in den ersten beiden Wertungsprüfungen am Mittwoch und Donnerstag war der 47-Jährige aus Borken mit Stargold das Streichergebnis. Doch in der letzten Runde des Teamwettbewerbs zeigte der Routinier seine Klasse, lenkte den zuweilen wilden Hengst ohne Abwurf durch den Parcours. »Besser er bockt, als wenn er die Stangen runter boxt«, sagte Ehning später grinsend.

Einen Abwurf kassierte Christian Kukuk als dritter Starter des Gastgeber-Teams. Dennoch war nach dem Ritt des 31-Jährigen aus Riesenbeck mit Mumbai bereits sicher, dass seine Mannschaft eine Medaille gewinnt. Als David Will einritt, war Silber sicher. Aber der 33-Jährige aus Dagobertshausen wollte natürlich die Schweiz unter Druck setzen. Mit seinem 13 Jahre alten Wallach C Vier kassierte Will aber einen Abwurf. »Es wäre eine bisschen mehr drin gewesen«, kommentierte der Reiter.

Am Ende mussten die Deutschen auf Steve Guerdat warten und auf zwei Fehler des Schweizers hoffen, um noch Gold gewinnen zu können. Doch der Olympiasieger von London ritt mit Maddox mit vier Strafpunkten zu Gold mit seinem Team.

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