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»Ganz gut, aber ...«

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Torwart Kevin Trapp wird von Dina Ebimbe behindert, Evan N’Dicka (r.) schaut zu. © Imago Sportfotodienst GmbH

(dur). Am Tag danach, die Sonne schien endlich mal wieder in der Wüste und ließ den samstäglichen Wolkenbruch samt Monsunregen seltsam surreal erscheinen, nahm sich der Frankfurter Trainer Oliver Glasner die Zeit, um die 90 Minuten von Abu Dhabi korrekt einzuordnen. Mit vier zu zwei Toren hatte die Eintracht die potenten Bullen aus Leipzig am Samstagabend gezüchtigt, vieles sei »ganz gut« gewesen, befand der Österreicher also, er sei sehr wohl »zufrieden« mit dem Privatkick unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Doch imaginär sauste der erhobene Zeigefinger durch die Luft, ein »Aber« lag im Raum.

Und so kam es dann auch: »In der ersten Halbzeit hätte ich mir mehr Aktionen nach vorne gewünscht, wir haben den Ball zu lange gehalten und zu wenig die Tiefe gesucht.« Und prompt mit 1:2 hinten gelegen. Ex-Eintracht-Torjäger André Silva hatte die Frankfurter Führung durch einen Freistoß von Jesper Lindström (7.) durch zwei blitzsaubere Stürmertore (35./45.) gedreht.

In der zweiten Halbzeit schraubten die Hessen die Sachsen fein säuberlich auseinander, Rafael Borré (70.) und Randal Kolo Muani per Doppelpack (71./84.) schossen den hochverdienten Sieg im ersten Testspiel des neuen Jahres heraus. Da gibt es doch nichts zu meckern, oder Herr Glasner? Nun ja. »Die Spielfreude hat mir sehr gefallen...« Pause. »Aber wir sollten das schon richtig einordnen, Leipzig hatte da einige Nachwuchsspieler auf dem Feld.«

In der Summe sei das alles absolut in Ordnung, aber kein Grund, um auszuflippen oder in Begeisterungsstürme zu verfallen. »Im Training haben wir unseren Spielrhythmus noch nicht gefunden, auch das Spieltempo ist nicht so, wie wir uns das vorstellen.« Doch das sei »auch gut so«, denn nach fünf Trainingstagen könne die Mannschaft unmöglich auf diesem Level agieren. Das soll sie am 21. Januar, dann stellt sich Schlusslicht Schalke 04 im Waldstadion vor, dann wird es ernst.

Doch natürlich hat Glasner Aspekte gesehen, die ihn positiv stimmen. Die Laufleistung etwa und die Anzahl der Sprints, beide Werte seien fast höher gewesen als in einem Bundesligaspiel. Mario Götze, der nach dem WM-Desaster wieder beschwingt und befreit wirkt, sei in einer Halbzeit mehr als sechs Kilometer gelaufen. »Er war hier im Urlaub nicht nur in Malls oder am Strand, sondern hat gewissenhaft trainiert.« Glasner hat überdies gut gefallen, dass Spieler wie Rafael Borré oder Timothy Chandler auf fremden Positionen (Borré im offensiven Halbraum, Chandler in der Innenverteidigung) so gut performten. »Timmy war phantastisch und Rafa hat seine beste Leistung gezeigt - jeder hat es super angenommen. Das freut mich.« Stürmer Borré wirkt in der arabischen Welt tatsächlich nicht mehr so, als befände er sich noch immer im Schmollwinkel, in den er sich eine Zeitlang sehr wohl zurückgezogen hatte. Ein Winterwechsel Borrés ist aber noch immer nicht vom Tisch.

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