Tor: Frankfurts Filip Kostic erzielt das Tor zum zwischenzeitlichen 4:0 gegen Salzburgs Torhüter Cican Stankovic. FOTO: DPA
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Tor: Frankfurts Filip Kostic erzielt das Tor zum zwischenzeitlichen 4:0 gegen Salzburgs Torhüter Cican Stankovic. FOTO: DPA

HELLMANN-KRITIK

Die Gala des Daichi K.

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Nach einem Torefestival kann Eintracht Frankfurt wohl für das Achtelfinale der Europa League planen - dank Daichi Kamada. Der überragende Japaner trifft gleich dreimal im Hinspiel.

Am Donnerstagabend gab es die Daichi-Kamada-Show im Stadion im Frankfurter Stadtwald. Da zerlegte der Japaner den enttäuschenden FC Salzburg beim 4:1 im Sechzehntelfinalhinspiel der Europa League beinahe im Alleingang. Im ersten Abschnitt steuerte der Mittelfeldakteur zwei Tore bei, das erste nach zwölf Minuten nach Vorlage von Almamy Touré, das zweite kurz vor der Pause nach einem herrlichen Solo (43.). Das dritte machte er nach der Pause per Kopf (53.), ehe Filip Kostic das 4:0 (56.) machte und dafür sorgte, dass die Eintracht mit einem Bein im Achtelfinale der Europa League steht.

Eine noch bessere Ausgangsposition machte Hee-Chan Hwang zunichte, der nach einem von Djibril Sow verursachten Strafstoß vom Punkt auf 1:4 verkürzte (85.). In sechs Tagen benötigen die Österreicher zumindest ein 3:0, um die Eintracht aus dem Wettbewerb zu kegeln. Die Frankfurter können also, zumindest vorsichtig, schon mal die Planungen für das Achtelfinale vorantreiben, das am 28. Februar in Nyon ausgelost und am 12. sowie 19. März ausgespielt wird.

Trainer Adi Hütter sagte nach dem Spiel: "Wir haben heute wieder eine tolle Europacupnacht gesehen. Ein in dieser Höhe absolut verdienter Sieg. Ich habe eine Mannschaftsleistung gesehen, bei der mir warm ums Herz wird. Die Mannschaft hat das Spiel von der ersten Minute so angenommen, wie wir es besprochen haben. Wir waren unglaublich bissig, aggressiv und immer griffig im Spiel und sind immer wieder gefährlich nach vorne gewesen."

Das Spiel begann unter den Eindrücken des erschütternden Attentats in Hanau, beide Teams trugen Trauerflor. Ärgerlicherweise wurde die angesetzte Schweigeminute von Zwischenrufen und einem dadurch einsetzten Pfeifkonzert gestört. Das ist hochgradig unanständig und pietätlos. Anschließend reagierten die Zuschauer hervorragend, das gesamte Stadion skandierte lauthals "Nazis raus". Ein wichtiges Signal.

Hütter hatte sein Team maßvoll durcheinandergewirbelt, drei Änderungen nahm er vor: Djibril Sow rotierte in die Startelf, genauso wie Kamada und Makoto Hasebe. Timothy Chandler (Bank), Mijat Gacinovic (krank) und Martin Hinteregger (gesperrt) mussten dafür weichen. Es waren Maßnahmen, die sich auszahlen sollten. Sow gab die Vorlage zum 2:0, Makoto Hasebe war der Kopf, das Herz und die Seele der Mannschaft.

Tja, und dann war da noch Daichi Kamada. Er war stets gefährlich, hatte gute Ideen - und war vor dem Tor eiskalt. Das frühe 1:0 war der Türöffner für diese Partie. Kamada hätte das 2:0 machen können (21.), genauso wie Filip Kostic (33.) oder zuvor André Silva (12.). Doch der Treffer war dann Kamada vorbehalten, nach einem wunderbaren Tänzchen samt feinem Abschluss gingen die Frankfurter mit dem erhofften Zwei-Tore-Vorsprung in die Kabine.

Doch es sollte noch besser kommen, nach Flanke des munteren Evan Ndicka köpfte Kamada den Ball in die Maschen. Und beim vierten Tor war selbst der Schiedsrichter samt Videoassistent offenbar kurzzeitig eingenickt, André Silva stand eigentlich im Abseits, doch das Spiel lief weiter. Der Portugiese bediente Kostic - der Serbe lupfte den Ball hinein ins Glück (56.). 4:0.

Die Hessen ließen noch zwei Gelegenheiten aus, Sebastian Rode (62.) hätte das 5:0 erzielen müssen, doch sein Schuss zischte knapp Meter am Pfosten vorbei. Die noch dickere Möglichkeit versiebte Goncalo Paciencia, der nach 78 Minuten am Keeper scheiterte.

"Es war ja so nicht zu erwarten, dass wir gegen eine Mannschaft wie Salzburg so dominieren würden", sagte der tadellose Keeper Kevin Trapp abschließend.

Frankfurt: Trapp - Toure, Ilsanker (86. Durm), Abraham, Ndicka - Hasebe - Sow, Rode - Kamada (81. da Costa), Kostic - Silva (75. Paciencia).

Salzburg: Stankovic - Farkas, Onguene, Wöber, Ulmer - Junuzovic, Okugawa (46. Adeyemi) - Mwepu, Szoboszlai (71. Camara) - Daka (46. Koita), Hwang.

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Ali Palabiyik (Türkei). - Tore: 1:0 Kamada (12.), 2:0 Kamada (43.), 3:0 Kamada (53.), 4:0 Kostic (56.), 4:1 Hwang (85., Foulelfmeter). - Zuschauer: 47 000. - Beste Spieler: Hasebe, Kostic, Kamada. - Gelbe Karten: Sow (2) - Adeyemi.

Der Frankfurter Vorstand Axel Hellmann hat unmittelbar vor dem Spiel gegen den FC Salzburg "deutliche Kritik" an der Entscheidung der UEFA geübt, die geplante Choreografie der Eintracht-Fans unter anderem mit 20 000 Wunderkerzen zu verbieten. "Das ist für uns nicht nachvollziehbar", sagte Hellmann. "Handelsübliche Wunderkerzen sind keine Pyrotechnik." Das Verbot der UEFA könne er auch deswegen nicht verstehen, weil die nationalen Sicherheitsorgane, nämlich Stadt Frankfurt, Polizei und Feuerwehr, grünes Licht für das Spektakel vor dem Anpfiff gegeben hatten. Damit hat sich der europäische Verband über die Entscheidung der hessischen Behörden gesetzt. Eintracht Frankfurt hatte am Mittwoch einen geharnischten Brief an die UEFA geschrieben, in dem noch einmal das Unverständnis der Frankfurter über diese einsame Entscheidung formuliert worden war. (fr)

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