Für Bremen kommt viel zusammen

(dpa). Tore, Platzverweise, Emotionen und ein Regel-Blackout - nach einem tristen Erstliga-Nachmittag sorgte das erste Nordderby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV in der 2. Liga für einen packenden Fußball-Abend und die nicht ganz neue Erkenntnis, dass es im Unterhaus in dieser Saison oftmals brisanter zugeht als im Oberhaus. Am Ende bejubelte der HSV im 109.

Vergleich mit dem Rivalen am Samstag ein 2:0 (2:0), durch das er sich in der Spitzengruppe der 2. Liga zurückmeldete und vor allem die mitgereisten Anhänger für so manche Enttäuschung in der Vergangenheit versöhnte.

Aus dem Favoriten-Trio war der HSV an diesem Spieltag der große Sieger, nachdem Schalke bereits am Freitag 1:2 gegen Karlsruhe verloren hatte. An der Spitze stehen aber der neue Tabellenführer SC Paderborn nach dem 4:1 (3:0) bei Erzgebirge Aue, der Zweite Jahn Regensburg (beide 14 Punkte) und der Dritte FC St. Pauli (13). Der Tabellenletzte Aue trennte sich nach der Partie von Trainer Aliaksei Shpileuski, der das Team erst vor dieser Saison übernommen hatte.

»Dieser Sieg ist mehr wert als drei Punkte«, sagte HSV-Profi Robert Glatzel, der die Gäste bereits in der zweiten Minute in Führung gebracht hatte. Nach der Begegnung feierten die Hamburger zunächst ausgelassen vor ihren Fans und dann genüsslich vor dem Mannschaftsbus, während wenige Meter entfernt Werder-Coach Markus Anfang versuchte, den Rückschlag zu erklären. »Es war einfach ein Tag, an dem extrem viel gegen uns gelaufen ist«, sagte Anfang. In der Tat hätte die Begegnung im stimmungsvollen Weserstadion für Werder nicht ungünstiger verlaufen können. Ein frühes Gegentor, ein unnötiger Platzverweis, ein zu unrecht nicht gegebener Strafstoß, ein zurecht nicht anerkanntes Traumtor nach einem Regel-Blackout von Mitchell Weiser und das 0:2 durch Heyer in der Nachspielzeit - schon die erste Halbzeit hielt für die Bremer mehr Rückschläge parat, als mancher Klub in zehn Spielen nicht erlebt. »Ich kannte die Regel einfach nicht«, gestand Weiser zu seinem Fauxpas in der 42. Minute. Der Neuzugang hatte sich bei einem Freistoß in die HSV-Mauer geschlichen, was laut Regelwerk seit zwei Jahren nicht mehr erlaubt ist. Das 1:1 durch Marvin Ducksch zählte daher nicht. Nach kompliziertem Saisonstart ist der HSV wieder da. Walter sagt aber: »Es gibt noch einiges zu tun.« Das gilt auch für die Bremer, die immerhin auf eine starke zweite Halbzeit aufbauen konnten, in denen sie zahlreiche Großchancen vergaben.

Der SV Darmstadt 98 hat unterdessen einem frühen Platzverweis getrotzt und Aufsteiger Dynamo Dresden den Sprung in die Aufstiegsränge verdorben. Die Sachsen mussten am Sonntag vor 7020 Zuschauern im Stadion am Böllenfalltor bei den Hessen eine 0:1 (0:1)-Niederlage hinnehmen. Tobias Kempe (15.) erzielte Darmstadts Siegtreffer, Fabian Schnellhardt hatte wegen groben Foulspiels früh die Rote Karte gesehen (8.).

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