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Frust beim Geheimfavoriten

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Wieder eine Chance vergeben: Leverkusens Sardar Azmoun ärgert sich über eine ausgelassene Möglichkeit und am Ende über die 1:2-Niederlage gegen Augsburg. © Imago Sportfotodienst GmbH

Große Ambitionen, leere Hände: Leverkusens Fehlstart in die neue Bundesliga-Saison ist perfekt. Der Champions-League-Teilnehmer muss schleunigst in die Gänge kommen.

So ein Scheißstart«, hallte es durch den Kabinengang der BayArena. Bei keinem Geringeren als Bayer Leverkusens Boss Fernando Carro entlud sich nach der unnötigen und gleichzeitig ersten Niederlage der Bundesliga-Geschichte gegen den »Lieblingsgegner« FC Augsburg der ganze Frust der völlig verkorksten drei Auftaktwochen. Das 1:2 gegen die Fuggerstädter, das dritte Pflichtspiel der neuen Saison ohne Sieg, hatte zuvor den Fehlstart der hochveranlagten und mit hohen Zielen gestarteten Fußball-Werkself besiegelt.

Der schlechteste Bundesliga-Saisonstart seit dem Aufstieg 1979 hinterließ nicht nur in der Chefetage seine Spuren. »Das ist nicht unser Anspruch, nicht das, was wir uns vorgestellt haben. Dementsprechend sehr, sehr enttäuschend«, sagte Abwehrchef Jonathan Tah sichtlich geknickt. Kein Wunder, war Leverkusen doch als Geheimfavorit in die neue Spielzeit gestartet.

So steht der Champions-League-Teilnehmer, der (erneut) große Ziele formuliert hatte, bereits früh mit dem Rücken zur Wand: Mit null Punkten Schlusslicht, zudem das peinliche Erstrunden-Aus im DFB Pokal bei Drittliga-Aufsteiger SV Elversberg. Trainer Gerardo Seoane suchte nach der Pleite gegen die von vielen als Abstiegskandidat Nummer eins deklarierten Augsburger nach Erklärungen. »Mangelnde Chancenauswertung heute. Wir hatten zu Genüge Chancen, auch wenn wir kein gutes Spiel gemacht haben«, sagte der 43-Jährige: »Uns haben die Flüssigkeit und der Rhythmus im Spiel gefehlt. Es passiert auch den besten Stürmern, dass man die Chancen auslässt.« Chancen hatte seine Mannschaft nach einer über weite Strecken uninspirierten ersten Halbzeit nach dem Seitenwechsel dank einer Leistungssteigerung einige. Doch sein namhaftes Offensiv-Ensemble, ganz besonders Sardar Azmoun, vergab zahlreiche Hochkaräter fahrlässig oder scheiterte am überragenden FCA-Keeper Rafal Gikiewicz. Top-Torjäger Patrik Schick enttäuschte über die gesamten 90 Minuten.

Fredrik Jensen (15.) hatte den FCA nach einer schönen Kombination in Führung gebracht. Charles Aranguiz (43.) glich kurz vor der Pause aus. Der in der 65. Minute eingewechselte Andre Hahn (82.) sicherte den Schwaben nach Videobeweis die drei Punkte.

So richtete Seoane den Blick nach vorn. Man sei »ambitioniert, man will besser werden. Gleichzeitig erzeugt das auch intern und durch die Medien einen gewissen Druck. Man erwartet immer mehr«, sagte der Schweizer, der in den nächsten Wochen zudem auf Amine Adli (Schlüsselbeinbruch) und Torwart Andrej Lunew (Sehnenverletzung im Oberschenkel) verzichten muss. Beide verletzten sich am Samstag.

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