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Francesco Friedrich hat mit Anschieber Thorsten Margis in Altenburg seinen zehnten WM-Titel im Visier.

Friedrich unersättlich

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(sid). Der deutsche Bob-Sport brachte bereits zahlreiche großartige Piloten hervor. Christoph Langen zum Beispiel dominierte über Jahre in der Eisrinne, gleiches galt für einen Andre Lange oder einen Wolfgang Hoppe. Geht es aber nach Bundestrainer Rene Spies, kommt keine dieser Ikonen an Francesco Friedrich heran. »In der Gesamtheit verkörpert er das Beste, das wir je hatten«, schwärmt der Coach.

Im sächsischen Altenberg kann Friedrich an diesem Wochenende einmal mehr Bob-Geschichte schreiben. Gewinnt der Doppel-Olympiasieger bei der Heim-WM im Zweier seinen nächsten Titel, darf er sich alleiniger Rekordweltmeister nennen. Neun Einzel-Triumphe stehen bereits in seiner Vita - nur der Italiener Eugenio Monti kann aus seiner aktiven Zeit in den 50er- und 60er-Jahren ebenso viele vorweisen.

Dass am Sonntag der zehnte Titel hinzukommt, kann Friedrich wohl nur selbst verhindern. Ein einziges Mal in zwölf Rennen wurde der Oberbärenburger in diesem Winter im kleinen Schlitten von seinem Teamkollegen Johannes Lochner geschlagen. Das grenze, sagt Spies, »ja fast an Majestätsbeleidigung«. Wenn Friedrich mal nicht oben steht, »dann ist er richtig sauer«, weiß sein Trainer.

In aller Regel gewinnt der nimmermüde Friedrich die Rennen im Zweier aber mit großen Vorsprung, bei der WM in Altenberg im Vorjahr betrug dieser nach vier Läufen gar eineinhalb Sekunden. Hochdekoriert trat der Sachse nun die Reise zu seiner nächsten Rekordjagd im Osterzgebirge an, zum dritten Mal in Folge sicherte er sich am vergangenen Wochenende das Gesamtweltcup-Double im Zweier und Vierer.

»Er ist einfach dieser Kannibale, dieser Eddy Merckx des Bob-Sports«, sagt Spies. Und einmal angefangen, kommt der Bundestrainer aus dem Schwärmen kaum heraus: »Er steckt nie zurück, er arbeitet immer weiter. Franz ist einfach außergewöhnlich. Er hat sich nie ausgeruht und schont sich auch nicht.«

Seine größte Stärke besitzt Friedrich, mit 30 Jahren im besten Bob-Alter, am Start. Mit seinen Anschiebern Alexander Schüller und Thorsten Margis sowie dank der eigenen herausragenden Athletik war kein Startrekord vor dem früheren Zehnkämpfer sicher.

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