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Francesco Friedrich (kleines Foto r.) hat beim Dreifacherfolg im Zweierbob mit Anschieber Alexander Schüller (l.) den siebten Sieg in Serie und seinen zehnten insgesamt eingefahren. Damit ist er alleiniger WM-Rekordsieger.

Friedrich ist Rekordsieger

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(sid/dpa) Francesco Friedrich klopfte auf seinen Schlitten, reckte den Daumen in die Höhe - und dachte dann wehmütig an die fehlenden Fans. »Schade, dass keine Zuschauer hier sein können«, sagte der neue und alte Weltmeister im Zweierbob, nachdem er auf seiner Heimbahn in Altenberg zusammen mit Anschieber Alexander Schüller zu seinem insgesamt zehnten WM-Titel gerast war.

Der Sachse darf sich nun alleiniger Rekordweltmeister nennen.

Tags zuvor hatten bereits die Frauen ein starkes Ergebnis abgeliefert. Kim Kalicki aus Wiesbaden und Anschieberin Ann-Christin Strack aus Gießen holten Silber, Laura Nolte aus Winterberg und Anschieberin Deborah Levio vom Sprintteam Wetzlar Bronze im Zweierbob. Nach insgesamt vier Läufen hatten Kalicki und Strack am Samstag nur 0,35 Sekunden Rückstand auf die siegreiche Kaillie Humphries aus den USA. Stephanie Schneider deutete nach den beiden verpatzten Läufen am Vortag ihre Klasse an und raste mit Leonie Fiebig von Platz acht noch auf vier vor. Pyeongchang-Olympiasiegerin Mariama Jamanka verpasste als Sechste mit Vanessa Mark erneut eine Medaille.

»Es war ein Wahnsinns-Jahr bis jetzt«, schwärmte Friedrich nach einer wahren Machtdemonstration. Schier unglaubliche 2,05 Sekunden betrug sein Vorsprung nach vier Läufen auf seinen Teamkollegen Johannes Lochner mit dessen Anschieber Eric Franke. Junioren-Weltmeister Hans Peter Hannighofer raste mit Christian Röder zu Bronze und machte den deutschen Dreifachsieg perfekt.

Während Hannighofer »einfach sprachlos« über sein starkes WM-Debüt war, haderte Lochner am ZDF-Mikrofon mit der Dominanz des unaufhaltsamen Friedrich. »Es wird schon langweilig hinter dem Franz. Wir wissen leider nicht, wie wir ihn besiegen können. Sonst würden wir es ja machen«, sagte der Stuttgarter.

Christoph Hafer rundete mit Christian Hammers als Siebter das starke deutsche Gesamtergebnis ab. »Besser geht es nicht«, lobte Bundestrainer Rene Spies.

Im Mittelpunkt stand am Wochenende aber wieder einmal »Friedrich der Große«. Der Oberbärenburger übertrumpfte mit seinem Sieg den legendären Italiener Eugenio Monti, der vor rund 60 Jahren neun WM-Titel geholt hatte. Niemand beherrschte bei schwierigen äußerlichen Bedingungen am Wochenende den Schlitten so gut wie der Doppel-Olympiasieger. »Er fährt in einer anderen Liga«, sagte Spies.

Bereits zur Halbzeit betrug Friedrichs Vorsprung 0,88 Sekunden. Am Sonntag, der Schneefall hatte ausgesetzt, baute er diesen weiter aus. Mit Alexander Schüller attackierte er in allen vier Läufern den drei Jahre alten Startrekord des Kanadiers Justin Kripps. Im letzten Durchgang stellte das Duo diesen ein (5,11 Sekunden). Allein am Start nahm Friedrich seinen schärfsten Konkurrenten über vier Durchgänge somit rund eine halbe Sekunde ab, dennoch haderte er sogar. »Wir hätten gern die 5,10 in Angriff genommen, aber wir haben noch ein paar Jahre, in denen wir das schaffen können«, sagte er.

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