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Freitagtermin ein Dorn im Auge

Wenn der 1. FC Köln seine starke Bundesliga-Saison fortsetzen möchte, muss er nach sechs Niederlagen in Folge etwas bei seinem Angstgegner TSG Hoffenheim holen.

Das Beruhigungs-Mantra von Steffen Baumgart half nur wenige Sekunden. »Fangen wir mal langsam an«, sagte der aufgewühlte Trainer des 1. FC Köln zu Beginn seines Ausblicks auf das Freitagspiel der Fußball-Bundesliga bei der TSG Hoffenheim (20.30 Uhr/DAZN). Doch Augenblicke später ließ der Coach seinen Emotionen freien Lauf und redete sich mal wieder in Rage.

Diesmal meckerte Baumgart, der bei kontroversen Themen bekanntlich noch nie einen Streit gescheut hat, über die starke Belastung der Nationalspieler und die Terminierung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) nach der Länderspielpause. »Das Freitagspiel ist an einen Sender gegangen. Es geht also darum, dass eine Partie gezeigt werden soll«, schimpfte Baumgart: »Was möchten Sie von mir hören - bis auf die Tatsache, dass ich angep... bin?«

Die Frage war eher rhetorischer Natur, denn zuvor hatten die Zuhörer schon ausreichend Klagen vernommen. »Ich habe noch nicht eine Maßnahme gesehen, die unsere Spieler wirklich schützt. Die Nationalspieler haben neben den Spiel- auch die Reisestrapazen«, wetterte Baumgart: »Die meisten, die zurückkommen, müssen wir erst mal zum Arzt schicken.«

Immerhin bekam Baumgart kurz darauf noch die Kurve in Richtung der Auftaktpartie des achten Spieltags. »Trotz der Kritik werden wir gut vorbereitet sein«, versprach der 49-Jährige, der sich wohl in erster Linie wegen des Ausfalls von Ellyes Skhiri aufregte. Der tunesische Mittelfeldspieler war vom Länderspiel gegen Mauretanien mit einer Knieverletzung zurückgekehrt und fällt aus.

Gut vorbereitet sollten die Kölner tatsächlich sein. Schließlich wartet der FC, der in dieser Saison auswärts noch nicht gewonnen hat, seit zehn Spielen auf einen Sieg gegen die Kraichgauer. Die zurückliegenden sechs Begegnungen gingen sogar allesamt verloren.

Auf der anderen Seite hat die weit hinter den eigenen Erwartungen zurückhängende TSG nur eines ihrer vergangenen sechs Spiele gewonnen. Während die Hoffenheimer mit acht Punkten auf dem elften Tabellenplatz liegen, rangiert der FC mit zwölf Zählern auf einem starken sechsten Platz. In den vergangenen 24 Jahren hatten die Kölner nur 2016/17 eine bessere Bilanz zu diesem Zeitpunkt.

Aufgrund dieser Zahlen herrscht beim FC ungewohnte Ruhe, während TSG-Trainer Sebastian Hoeneß unter Zugzwang steht. Immer wieder werden Gerüchte laut, wonach der Coach nicht mehr allzu fest im Sattel sitzt.

Vor allem die Aussagen von Mehrheitseigner Dietmar Hopp, der seinen Klub kontinuierlich auf einem Europacup-Platz sehen will, ließen zuletzt aufhorchen. Hoeneß betonte, dass er die Hopp-Äußerungen in »keiner Weise« als Druck empfunden habe: »Ich weiß, dass Dietmar ambitioniert ist - und das ist auch gut so.«

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