Grünes Licht für Spielberg: Vieles spricht dafür, dass die Formel 1 ihren Saisonauftakt am 5. Juli in Österreich bestreiten kann. FOTO: DPA
+
Grünes Licht für Spielberg: Vieles spricht dafür, dass die Formel 1 ihren Saisonauftakt am 5. Juli in Österreich bestreiten kann. FOTO: DPA

Freigabe und Vorwurf

  • vonSID
    schließen

Österreich hat den Start der Formel-1-Saison abgesegnet, auch aus Großbritannien kommen positive Signale. In einem Monat soll der Auftakt steigen. Weltmeister Lewis Hamilton wühlt indes mit deutlicher Kritik auf.

Titelanwärter Max Verstappen erhält zum Start zwei Chancen auf Heimsiege für seine Red Bulls, Weltmeister Lewis Hamilton darf sich auf einen Doppelpack auf seiner Wohlfühlstrecke in Silverstone einstellen. Nach der Freigabe der österreichischen Regierung für den Startschuss der neuen Formel-1-Saison in Spielberg nimmt der Kalender allmählich Formen an.

Offiziell bestätigt ist dieser noch nicht, bis Anfang September sollen aber insgesamt acht Rennen in Europa ausgetragen werden. Sicher ist: Der Auftakt steigt mit fast viermonatiger Verspätung aufgrund der Corona-Krise am 5. Juli in Österreich, wo am 12. Juli gleich das nächste Rennen geplant ist. Das Gesundheitsministerium der Alpenrepublik erteilte am Samstag die Erlaubnis für die Austragung auf dem Red-Bull-Ring.

Das vorgelegte Konzept erfülle die Anforderungen zur Unterbindung der Ausbreitung des Corona-Virus, sagte der österreichische Gesundheitsminister Rudolf Anschober: "Das Konzept sieht neben strengen Hygienemaßnahmen auch regelmäßige Testungen und Gesundheitschecks für die Teams und alle weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ein konkretes medizinisches Konzept vor."

Eigentlich hätte die Saison schon am 15. März traditionell im australischen Melbourne beginnen sollen, der Auftakt musste wegen der Pandemie abgesagt werden. Danach wurden die Rennen in den Niederlanden, Monaco und Frankreich ersatzlos gestrichen. Bislang sind die ersten zehn Rennen abgesagt oder verschoben worden.

Auf der Traditionsstrecke im britischen Silverstone dürfte dagegen gefahren werden. Wie die BBC am späten Sonntagabend berichtete, hat die Regierung ihre Zustimmung zur Durchführung von zwei Rennen gegeben.

Demnach soll die Königsklasse des Motorsports von den strengen Einreisebeschränkungen im Zuge der Corona-Krise befreit werden. Damit müssten die Teammitglieder, Fahrer und weitere Personen nicht in die eigentlich vorgeschriebene zweiwöchige Quarantäne gehen. Die Rennen könnten Anfang August über die Bühne gehen.

Bis zur endgültigen Entscheidung über den weiteren Verlauf wird die Terminfindung die Formel 1 weiter beschäftigen. Ein Gesprächsthema, das die Serie vermutlich bis zum Auftakt in Österreich begleiten wird, ist die scharfe Kritik des sechsmaligen Champions Hamilton.

In einem emotionalen Eintrag bei Instagram hatte der Mercedes-Pilot das Schweigen in der "von Weißen dominierten" Formel 1 nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd durch Polizeigewalt in den USA angeprangert.

"Ihr, die schweigt, ich sehe euch. Einige von euch sind die größten Stars, und doch bleibt ihr inmitten der Ungerechtigkeit still", schrieb der Brite. Es gebe "keine Reaktion von niemanden" in seinem Sport, der "von Weißen dominiert" sei: "Ich bin dort einer der wenigen Farbigen und stehe allein da." Am Montagnachmittag twitterte sein Mercedes-Team: "Wir stehen bei dir, Lewis. (...) Die jüngsten Entwicklungen machen uns zutiefst traurig und wir hoffen auf eine baldige Deeskalation."

Ferrari-Star Charles Leclerc veröffentlichte erst nach Hamiltons Eintrag ein Statement. Er habe sich unwohl bei dem Gedanken gefühlt, seine Emotionen in den Sozialen Medien zu teilen und deshalb zunächst geschwiegen. "Ich lag komplett falsch", schrieb Leclerc. Rassismus müsse mit Handlungen begegnet werden, nicht mit Schweigen. "Es ist unsere Verantwortung, Ungerechtigkeit anzusprechen", sagte Leclerc und brachte seine Unterstützung für die "Black Lives Matters"-Bewegung zum Ausdruck.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare