Emanuel Buchmann trainiert in diesen Tagen im Ötztal, um Höhenmeter für die Tour zu sammeln. FOTO: DPA
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Emanuel Buchmann trainiert in diesen Tagen im Ötztal, um Höhenmeter für die Tour zu sammeln. FOTO: DPA

Fokussiert auf die Tour

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(sid). Das Zählen hat Emanuel Buchmann längst eingestellt. Wie viele Trainingskilometer der deutsche Radprofi in der Corona-Zwangspause abgespult hat? "Ich weiß es nicht", sagt Buchmann. Hoch und runter sei er im Bregenzerwald unweit seines Wohnorts in Österreich gefahren, um Höhenmeter zu sammeln, "so viele wie möglich".

Im Hinterkopf hatte Buchmann bei der Kletterei immer eines: Das Podest in Paris. Wenn die Große Schleife am 20. September mit rund zweimonatiger Verspätung traditionell auf den Champs Elysees endet, will auch Buchmann mitfeiern - vielleicht sogar als der Mann im Gelben Trikot. "Warum nicht?", sagt er: "Es ist nicht unmöglich."

Schon im Vorjahr fehlte dem Profi vom Team Bora-hansgrohe nicht viel zum Treppchen. Buchmann fuhr eine starke Tour 2019, im Hochgebirge gelang ihm endgültig der Vorstoß in die Weltspitze, Platz vier in der Gesamtwertung war der Lohn.

2020 will Buchmann noch erfolgreicher abschneiden. "Ich will ein höheres Level erreichen und eine noch bessere Tour abliefern", sagt der 27-Jährige. Das Podium ist deshalb das logische Ziel.

Helfen soll ihm dabei ein Team, das noch stärker als zuletzt auf ihn zugeschnitten ist. Natürlich setzt Bora-hansgrohe beim wichtigsten Radrennen der Welt auch wieder auf die Dienste von Rad-Popstar Peter Sagan, dem Rekordgewinner des Grünen Trikots, der für Sprinterfolge und Aufmerksamkeit sorgen soll.

Der Fokus liegt jedoch auf Buchmanns Klassement-Ambitionen. Zwei weitere deutsche Fahrer sollen das Erreichen der Ziele ermöglichen. Der vielseitige deutsche Meister Maximilian Schachmann (26) gehört ebenso zum achtköpfigen Aufgebot wie Lennard Kämna (23), der seine Stärken im Hochgebirge besitzt.

"Mit dem Team bin ich extrem zufrieden, es ist sehr gut auf mich zugeschnitten", sagt Buchmann: "Wenn die Fahrer in Top-Form sind, haben wir ein extrem starkes Team."

Letztlich wird es bei der Frankreich-Rundfahrt aber vor allem auf Buchmanns eigene Stärke ankommen. Sein einziges Vorbereitungsrennen ist das Criterium du Dauphine (12. bis 16. August) mit Abschnitten der Tour, dann folgt bis zum Tour-Start am 29. August in Nizza ein Höhentrainingslager.

Derzeit sammelt Buchmann in Österreich weitere Höhenkilometer - längst aber nicht mehr allein. Im Ötztal bestreitet die deutsche Bora-Equipe das erste gemeinsame Trainingscamp seit der Corona-Zwangspause. "Es war eine lange Zeit", sagt Buchmann, "ich bin froh, dass das normale Leben als Radprofi wieder losgeht."

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