Groß ist die Freude bei Auftaktsieger Marcus Eisenbichler (r.) und Karl Geiger. FOTO: DPA
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Groß ist die Freude bei Auftaktsieger Marcus Eisenbichler (r.) und Karl Geiger. FOTO: DPA

Das fliegende Doppelzimmer

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Wie einst Sven Hannawald und Martin Schmitt: Markus Eisenbichler und Karl Geiger sind das neue Traumduo des deutschen Skispringens.

Zwei hölzerne Schneeflocken, zwei Blumensträuße und als Krönung das Gelbe Trikot: Als Markus Eisenbichler und Karl Geiger nach dem Traumstart in den Skisprung-Winter ihre Taschen ins Auto hievten, hatte das fliegende Doppelzimmer allerhand Zusatzgepäck an Bord. "Ich freue mich wie ein kleines Kind", sagte Eisenbichler nach dem Wochenende in Wisla, das Erinnerungen an alte Zeiten weckte.

Denn einen deutschen Doppelsieg zum Saisonstart hatte es bislang nur im November 2000 gegeben, als Martin Schmitt in Kuopio vor Sven Hannawald gewann und in Deutschland ein ungeahnter Skisprung-Hype entstand. Der neue ARD-Experte Hannawald sprach am Sonntag dann auch euphorisiert von "einem Tag, den wir nie vergessen werden."

Das galt vor allem für Eisenbichler. Vor einem Jahr war der Weltmeister in Wisla noch Letzter geworden, nun eroberte er erstmals in seiner Karriere die Führung im Gesamtweltcup. "Wer das Gelbe Trikot tragen durfte, war immer der große, starke Typ für mich", sagte der Siegsdorfer gerührt und schickte eine Kampfansage hinterher: "Ich hätte dieses Trikot gerne am Ende der Saison. Das ist mein großer Wunsch, seit ich ein kleines Kind bin."

Die Chancen stehen gar nicht mal schlecht, DSV-Funktionär Horst Hüttel traut Eisenbichler jedenfalls weitere Siege zu. "Er war ja über Monate stabil. Es spricht vieles dafür, dass wir auch in den nächsten Wochen und Monaten einen wirklich guten Markus Eisenbichler sehen werden", sagte der Sportliche Leiter des Deutschen Skiverbands und lobte auch Geiger: "Wir sind noch nie so fulminant in die Saison gestartet".

Geiger wiederum feierte Eisenbichler mit den Worten "Markus, du Katze" - eine Anspielung auf die erneut verpatzte Landung seines Kollegen. Der hatte zuvor erklärt, "eher keine Landekatze" zu sein, was er bei seinem Sieg prompt unter Beweis stellte. "Ich muss jetzt echt an der Landung arbeiten. Da vergebe ich einen Haufen Punkte. Ich freue mich über den Sieg, aber das Arbeiten geht mir nicht aus", sagte der 29-Jährige.

Die Freude über den doppelten Erfolg überwog jedoch deutlich. Ex-Coach Werner Schuster fühlte sich am Eurosport-Mikrofon sofort an sein letztes Highlights als Bundestrainer erinnert. "Das ist wie bei der WM. Sensationell", sagte Schuster, als das Ergebnis feststand. Bei den Titelkämpfen 2019 hatten Eisenbichler und Geiger in Innsbruck ebenfalls einen Doppelsieg gefeiert.

Und weil die nächsten Goldmedaillen schon in weniger als drei Wochen vergeben werden - in Planica wird die Skiflug-WM nachgeholt - wächst die Vorfreude. Schon das kommende Wochenende im finnischen Kuusamo sei wegen der ähnlichen Schanze "eine gewisse Generalprobe" für Planica, sagte Geiger. DSV-Funktionär Hüttel ist sich jedenfalls sicher: "Es spricht vieles dafür, dass diese tolle Performance unserer gesamten Mannschaft auch dort zu sehen sein wird."

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